Einkauf in Port au Prince

von Marcus Sting

Im Rotkreuzkrankenhaus und im Basecamp pulsiert das Leben. Neben dem medizinischen Krankenhausbetrieb wird hinter den Kulissen stetig gearbeitet. Es wird in der Werkstatt gehämmert, geschweißt, gesägt und geschraubt. In der Küche laufen die Vorbereitungen für die Mahlzeiten und zwischendurch wird geputzt und eingekauft. In der Wäscherei singen die Waschfrauen bei der Arbeit und man kann das rege Treiben rund um die Waschmaschinen und Waschschüsseln beobachten.

Abenteuer Einkauf

In einer Plastikschüssel trägt eine Frau Gemüse auf ihrem Kopf © Stefan Trappe, DRK

Die täglichen Einkäufe für die Küche gleichen einem Abenteuer. Zum einen benötigt man bis zum großen Markt in Port au Prince manchmal 1-2 Stunden, obwohl es nur ca. 20 Kilometer sind. Der Verkehr in den Hauptstraßen ist unvollstellbar. Straßen, die vorher befahrbar waren, sind nun entweder mit Zelten belegt oder mit Trümmerteilen. Auf dem Markt in Port au Prince ist ein Leben, wie man es sich als Europäer wahrscheinlich nicht vorstellen kann. Es gibt einen Fleischmarkt, einen Gemüsemarkt, einen Obstmarkt, einen Fischmarkt und einen Markt für alles andere. Zwischen aufgebauten Ständen sitzen Händlerinnen mit liebevoll aufeinandergestellten einzelnen Früchten oder Gemüse. In dem hektischen Treiben wird gefeilscht, geredet und auch geschrien. Was Obst und Gemüse anbelangt, kann man wahrscheinlich keine frischeren Waren finden. Fleisch und Fisch kaufen wir aber nur, wenn das Tier frisch geschlachtet wird.

Der Supermarkt – für viele Haitianer unerschwinglich

Nach und nach machen aber auch wieder die Supermärkte auf. Die Auswahl in den Supermärkten unterscheidet sich nicht viel von unseren Supermärkten. Viele Waren in den Supermärkten sind aber für einen Großteil der Haitianer nicht erschwinglich. So selbstverständlich man in Deutschland in einen Supermarkt geht, umso mehr kommt es einem hier so vor, als ob man in eine andere Welt eintaucht.