Ein Besuch der DRK-Hilfsprojekte im Jemen: Arbeiten unter Extrembedingungen für den Schutz von Kindern

Von René Schulthoff, DRK-Delegierter Beirut, Libanon

Als die Autobombe in Jemens Hauptstadt Sanaa explodiert, ist es 6:45 Uhr morgens. Eine dumpfe Explosion. Das klingt wie ein Donner, denke ich, als ich von ihr wach werde. Es ist meine erste Nacht in Sanaa. Ich bin zusammen mit dem Delegierten Ben und der Koordinatorin Julia des Deutschen Roten Kreuzes im Delegationshaus in Sanaa untergebracht. Später erfahren wir, dass es eben kein Donner war sondern ein erneuter Anschlag auf die Polizei im Norden der Stadt. 37 Menschen werden getötet – schreckliche Wirklichkeit in einem vom Konflikt zerrissenem Land auf der Arabischen Halbinsel. weiterlesen

„Unser Haus ist sicher gesprengt worden“ – Begegnung mit einer irakischen Vertriebenenfamilie in Nordirak

Von Jörg Mühlbach, DRK-Delegierter im Nordirak

Es regnet und es ist kalt. Ich bin heute mit meiner Kollegin Bettina Morgenstern in eines der Lager für irakische Vertriebene im Nordirak, autonome Region Kurdistan, aufgebrochen. Im Chamishko-Camp leben etwa 25.000 Menschen, irakische Familien, die vor der Gewalt im eigenen Land geflohen sind. Wir verteilen an diesem Tag 1.000 Kerosin-Heizgeräte im Camp. Hier in den Bergen ist es im Winter empfindlich kalt und auf den Gipfeln ringsherum liegt Schnee. Es gibt ein Heizgerät pro Familie. Wenn man schätzt, dass eine Familie 5-6 Mitglieder hat, konnten wir also heute insgesamt 5.000 bis 6.000 Menschen versorgen. Am Sonntag werden noch mal 400 Heizgeräte verteilt. weiterlesen

Eindrücke aus Kenema: Mit Brot und Keksen ein Lächeln schenken

Von Dirk Fassbender, DRK-Mitarbeiter in Kenema, Sierra Leone

Mein erster Dienst alleine. Ich habe Spätdienst. Zu Beginn der Schicht sehe ich einen neunjährigen Jungen in einem der Zelte außerhalb des Risikobereichs sitzen. Er scheint geheilt zu sein und darauf zu warten, dass er nach Hause kommt. Dass es so schnell geht habe ich nicht gedacht, aber offenbar scheint er die 21-tägige Inkubationszeit hinter sich zu haben. Ich winke ihm zu und er winkt schüchtern zurück. weiterlesen

Ebola-Einsatz-Tagebuch: Zum Jahreswechsel in Liberia

Von Christoph Dennenmoser, DRK-Mitarbeiter in Monrovia, Liberia

20.12.14
Heute sind in Liberia Senatswahlen. Da Verkehrschaos befürchtet wird, bestellen wir unsere lokalen Helfer heute nicht zu uns ein. Es gilt sicherheitshalber auch eine „No Movement Policy“, also ein Verbot, den Bereich der ETU (Ebola-Behandlungsstation) zu verlassen. Würde eh keinen Sinn machen, weil ja die meisten Läden geschlossen haben dürften. weiterlesen

Winter-Nothilfe des DRK für Vertriebene im Nordirak – 18.000 Menschen erhalten Heizöfen, Kerosin, Decken und Isoliermaterialien

Von René Schulthoff, DRK-Delegierter Beirut, Libanon

Das Deutsche Rote Kreuz hat kurz vor dem einbrechenden Winter im Nordirak damit begonnen, Vertriebene im Nordirak mit dringend benötigter Winterhilfe zu versorgen. Das vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland mit 3 Millionen Euro finanzierte Projekt wird 3000 Familien unterstützen. Die etwa 18.000 Menschen sind vor der Gewalt bewaffneter Gruppierungen im Irak geflohen. Viele kommen aus dem umkämpften Gebiet des Sinja-Gebirges. weiterlesen

Latrinen für die Dörfer in Togo

von Andrea Kehrwald, DRK-Mitarbeiterin in Togo

Derzeit fahren wir fast jeden Tag raus in die Dörfer, um die neu gebauten EcoSan-Latrinen baulich abzunehmen. Dazu fahren wir oft stundenlang über buckelige Sandpisten durch den Busch in die entlegenen Projektdörfer, die vorwiegend aus strohgedeckten Lehmhütten bestehen und weder eine elektrische Stromversorgung noch einen Brunnen, geschweige denn fließendes Wasser zur Verfügung haben. weiterlesen

Amnahs erste Schritte

Von René Schulthoff, DRK-Delegierter Beirut, Libanon

Als erstes sehe ich die kleinen Zehennägel und dann das eingegipste Bein, das sich langsam durch die Tür schiebt. Dann erscheint das zierliche syrische Mädchen mit seinen dünnen Armen, die Hände um die Reifen eines Rollstuhls geklammert. Langsam und mühsam schiebt sich die neunjährige Amnah über den Flur des Krankenhauses im Flüchtlingslager Azraq in der jordanischen Wüste. Ihre Geschichte ist schockierend. weiterlesen

„Es ist gut hier in Monrovia zu sein…“

von Mario DiGennaro, DRK-Mitarbeiter in Monrovia

Unser Flug Anfang November von Berlin über Brüssel und Dakar war ohne Verspätungen und völlig unkompliziert. Ich habe erst beim Abflug von Dakar nach Monrovia überlegt, dass es jetzt eigentlich richtig losgeht. Auch wenn ich mit meinen Vorbereitungen bereits Anfang Oktober begonnen hatte. Vorbereitungstraining in Würzburg, Ausrüstung und Reiseapotheke zusammenstellen, das Internet über Liberia befragen und vieles mehr. weiterlesen

Geschafft! Die dreijährige Doris darf nach Hause

Von DRK-Mitarbeiter Prof. Joachim Gardemann

Am Mittwoch, dem 19. November konnten wir die kleine Doris (3 Jahre) nach glücklich überstandener Ebola-Erkrankung geheilt wieder zu ihrer Großmutter nach Hause entlassen. Nach klinischer Heilung, zweifach negativem Laborbefund und anschließender ausgiebiger körperlicher Reinigung („Happy Shower“) können wir die überlebenden Patienten erstmals wieder direkt berühren, denn nun sind sie ganz sicher ebolafrei. weiterlesen