Pakistan: Die Tatkraft der Menschen stärken

Das Wasser stand in Nowshera über drei Meter hoch in den Häusern. (Foto: T.Klose)

Von Dr. Thorsten Klose, Referent Katastrophenvorsorge

Fast zwei Wochen war ich nun in Pakistan, um zusammen mit unseren lokalen Mitarbeitern die ersten Schwerpunkte für den Wiederaufbau nach der Nothilfe zu identifizieren. Wir waren dabei zunächst im Süden des Landes in der Provinz Sindh und anschließend in der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa (KPK).

Obwohl diese beiden Provinzen über tausend Kilometer auseinander liegen, sah man überall die Folgen der extremen Überschwemmungen. Während das Wasser im Süden teilweise noch ganze Landstriche überflutete, war es im Nordwesten schon zurückgegangen, doch waren hierfür auch die Schäden umso deutlicher zu erkennen.

Einen Tag lang haben wir uns in der kleinen Stadt Nowshera aufgehalten, um zu erfassen, welche Maßnahmen zur Wiederherstellung der Existenzgrundlagen wichtig wären. Diese Stadt liegt an Fluss Kabul, der aufgrund der starken Niederschläge die gesamte Stadt überflutet hat.

Das DRK betreibt im Nordwesten zusammen mit dem Pakistanischen Roten Halbmond sog. Mobile Gesundheitsteams. Zu diesen Teams gehören u. a. ausgebildete Ärzte, die an sechs Tagen die Woche in den betroffenen Dörfern die medizinische Grundversorgung sicherstellen. Viele Menschen leiden nach der Flut unter Durchfall oder Hauterkrankungen und bekommen hier die notwendige Hilfe.

Was aber neben den Zerstörungen ebenfalls deutlich zu erkennen ist, ist das beeindruckende Engagement der Betroffenen, wieder Fuß fassen zu wollen. Überall in der Stadt haben die Menschen begonnen, die Trümmer zu beseitigen, reinigen die vom Schlamm verdreckten Straßen und versuchen aus den Häusern noch Brauchbares zu retten. Nachbarn helfen sich gegenseitig und überall wird man auch als Ausländer sehr freundlich empfangen.

Die Menschen in Nowshera haben damit begonnen, die Trümmer zu beseitigen. (Foto: T.Klose)


Mitten in dieser Trümmerlandschaft werden wir plötzlich von Herrn Khan zum Tee eingeladen. Sein Wohnzimmer ist zwar zur Hälfte durch die Flut weggerissen worden, aber er möchte sich auf diesem Wege für unsere Hilfe bedanken. Seine kranke Tochter wurde erfolgreich durch das mobile Gesundheitsteam behandelt und nun hofft er auf Unterstützung beim Wiederaufbau.

Medizinische Untersuchung und Ausgabe von wichtigen Medikamenten an Flutopfer in Nowshera durch mobiles Gesundheitsteam des DRK. (Foto: T.Klose)


Das DRK wird sich langfristig in Pakistan engagieren und nach meinen knapp zwei Wochen konnten wir zudem die Schwerpunkte für diese längerfristige Zusammenarbeit erarbeiten. Die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Selbstversorgung für die Flutopfer wird dabei ebenso wichtig sein, wie eine intakte Basisgesundheitsversorgung und eine konsequente Katastrophenvorsorge, damit die nächste Flut weniger Schaden anrichtet.

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