Pakistan: Nothilfe und langfristige Unterstützung

Von DRK-Delegiertem Jörg Fischer

Anfang kommenden Jahres starten in der südlichsten Provinz Pakistans – dem Sindh – Langzeitprojekte zum Katastrophenschutz, der öffentlichen Gesundheitspflege und zur Sicherung des Lebensunterhalts in drei vom DRK unterstützten Bezirken. Diese Hilfe wurde im Juni 2010 mit dem Pakistanischen Roten Halbmond vereinbart und stellt eine Weiterentwicklung der mittlerweile fast dreißigjährigen Zusammenarbeit der beiden Schwestergesellschaften dar.

Im Juli 2010 kam die Flut.

Das DRK beteiligte sich selbstverständlich an der Nothilfe – und setzte parallel die vorbereitenden Arbeiten für die Langzeitprojekte fort. In den Bezirken Dadu, Thatta und Badin wurde der Aufbau von Rotkreuz-Verbänden gefördert, Erste-Hilfe Schulungen begonnen, zerstörte Basisgesundheitsstationen instand gesetzt, Handpumpen installiert, Latrinen gebaut, Hygieneschulungen durchgeführt.

Überschwemmungen in Pakistan. Die Menschen suchen Zuflucht an höher gelegenen Orten. (c) DRK

Überschwemmungen in Pakistan. Die Menschen suchen Zuflucht an höher gelegenen Orten. (c) DRK

Im August 2011 kam die Flut erneut.

Diesmal anders. Diesmal wurde ausschließlich der Südosten des Landes überflutet – teilweise Regionen, die für ihre jahrelangen Dürreperioden bekannt sind. Das DRK ist an den noch laufenden Nothilfeaktionen beteiligt: unterhält vier zusätzliche Mobile Gesundheitsstationen in den Überschwemmungsgebieten, unterstützt die Verteilung von Lebensmitteln und Hilfsgütern an über 12.000 Familien (ca. 63.000 Menschen), den Betrieb von fünf Wasseraufbereitungsanlagen – und setzt die Vorbereitungen für die vereinbarten Langzeitprojekte fort.

Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Aspekt der DRK-Auslandshilfe. Darum ist uns neben der Nothilfe der Aufbau tragfähiger Strukturen mittels Langzeitprojekten so wichtig. Unsere Langzeitprojekte knüpfen an die Nothilfe an und nutzen die positiven Erfahrungen, die die Bevölkerung im Rahmen der Nothilfe gemacht hat: Die dauerhaften Basisgesundheitsstationen entstehen da, wo jetzt auch die Mobilen Stationen Hilfe leisten, und Gesundheitsprogramme zur Hygiene, schließen dort an, wo jetzt Wasseraufbereitungsanlagen die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser versorgen. Erste-Hilfe-Ausbildungen machen Freude, weil das Wissen um ihren Nutzen so frisch ist und Menschen in den von uns unterstützten Bezirken werden sich im Pakistanischen Roten Halbmond engagieren und am Katastrophenschutz und der Gesundheitsvorsorge beteiligen. Das ist unser Beitrag zur Reduzierung der bestehenden Risiken und der Vorbereitung auf regelmäßige Gefahren.
Denn die nächste Flut kommt bestimmt.

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