Tag Archives: flüchtlingslager

„Ich will Dir Arabisch beibringen“ – Die neunjährige Laticia lebt im Flüchtlingslager Azraq in Jordanien

Von René Schulthoff, DRK-Mitarbeiter in Beirut

Es ist brütend heiß in der jordanischen Wüste, an diesem Tag über 45 Grad. Azraq liegt 70 Kilometer östlich der jordanischen Hauptstadt Amman. Hier steht das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt. Gebaut für Menschen aus Syrien, die vor der Gewalt in ihrem Land geflohen sind. In Jordanien halten sich fast 700.000 syrische Flüchtlinge auf.

Laticia aus Syrien ist neun Jahre alt. Foto: Silas Koch

Laticia aus Syrien ist neun Jahre alt. Foto: Silas Koch

Ich bin mit zwei Fotografen aus Deutschland zu Fuß im Flüchtlingslager unterwegs. Überall laufen Kinder herum. Etwa die Hälfte der Lagerbewohner sind Kinder. Wir sprechen mit vielen Familien und hören uns ihre Geschichten an. Wie es war, als sie aus Syrien fliehen mussten. Wie sie nun hier zurechtkommen. Die Flüchtlinge leben in Metallhütten. Es gibt keinen Strom, und Wasser bekommt man nur an zentralen Orten im Lager.

Mousa ist 46 Jahre. Er lädt uns in seine Hütte auf einen Kaffee ein. In Syrien hat er eine Schule geleitet. Hier im Flüchtlingslager arbeitet er nun für eine Hilfsorganisation und gibt syrischen Kindern Unterricht. Eine aufgehängte Decke ist eine Art Eingangstür zu seiner Wellblechhütte. Mousa hat vier Töchter. Die neunjährige Laticia spricht ein bisschen Englisch und fragt mich beim Eintreten nach meinem Namen. Ich frage sie, wie alt sie ist: neun Jahre. Meine Tochter ist zehn.

Laticia aus Syrien mit DRK-Mitarbeiter René Koch. Foto: Silas Koch

Laticia aus Syrien mit DRK-Mitarbeiter René Schulthoff. Foto: Silas Koch

Laticia hat viele Freunde in den umliegenden Hütten im Flüchtlingslager. Und wie so viele andere hier wünscht sie sich, wieder nach Syrien zurückkehren zu können, wieder regelmäßig in die Schule gehen zu können, dort mit Freunden zu spielen und sich sicher zu fühlen.

„Ich will Dir Arabisch beibringen,“ sagt Laticia voller Überzeugung zu mir, als wir nach einer viertel Stunde wieder gehen. Und dann fragt sie noch, ob sie mir ein Lied singen darf. Das habe sie in der Schule gelernt. Natürlich. Alle sind gerührt und klatschen Beifall. Sie bleibt mir in Erinnerung, die kleine Laticia aus dem Flüchtlingslager in Azraq.

Bargeld für Vertriebene im kurdischen Autonomiegebiet

Moderne Nothilfe im Sinne der Menschen

Von Jörg Mühlbach, DRK-Delegierter Nordirak, Kurdistan

Die meisten meiner Freunde oder Bekannten, denen ich erzähle, dass das DRK als Nothilfemaßnahme im Nordirak Bargeld verteilt, schauen mich erst einmal stirnrunzelnd an und fragen dann: Was machen die Leute denn mit dem Geld? Muss man so etwas nicht sehr gut kontrollieren? Kann das Geld denn nicht in falsche Hände geraten oder für die falschen Dinge ausgegeben werden? weiterlesen

Amnahs erste Schritte

Von René Schulthoff, DRK-Delegierter Beirut, Libanon

Als erstes sehe ich die kleinen Zehennägel und dann das eingegipste Bein, das sich langsam durch die Tür schiebt. Dann erscheint das zierliche syrische Mädchen mit seinen dünnen Armen, die Hände um die Reifen eines Rollstuhls geklammert. Langsam und mühsam schiebt sich die neunjährige Amnah über den Flur des Krankenhauses im Flüchtlingslager Azraq in der jordanischen Wüste. Ihre Geschichte ist schockierend. weiterlesen

Kaum Schutz vor Kälte, Regen und Schnee: Syrische Flüchtlinge fürchten den Winter

Von Tommaso Della Longa (IFRC) / Übersetzung von René Schulthoff (DRK)

Eine ganze Familie in einem einzigen Raum. Zwischen fünf und acht Menschen in einer einfachen Behausung aus Brettern und Plastik. Sie sind untergebracht irgendwo inmitten von landwirtschaftlichen Gebieten oder, noch schlimmer, irgendwo oben in den Bergen. So sieht die Situation für tausende syrischer Flüchtlinge im Libanon aus, die vor der Gewalt in ihrem eigenen Land geflohen sind. weiterlesen

Kinderwünsche im Südsudan

Von Michael Breunig, DRK-Delegierter

Dieses Mal war alles anders. Keine Bilder in den Nachrichten. Keine Informationen im Live Ticker. Dieser Einsatz bringt mich nach Afrika in den Südsudan. Wir, das heißt sechs Kollegen des dänischen Roten Kreuzes und ich, sollen für das Flüchtlingslager Yusuf Batil im Auftrag des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes ein Basislager errichten. Von dort aus sollen die Flüchtlinge mit den notwendigsten Dingen versorgt werden. Dazu zählen neben Wasser auch Hygieneartikel, Moskitonetze und verschiedene andere Dinge des täglichen Bedarfs.

Schlechte Straßenverhältnisse, starker Regen und andere logistische Herausforderungen erschwerten die Anfangsphase unserer Arbeit. Aber nach zwei Wochen waren die anfänglichen Probleme überwunden und das Basislager wurde voll in Betrieb genommen. weiterlesen

Somaliland: Beauty Salons im Flüchtlingslager

Von Karin Uckrow, DRK-Delegierte in Somalia

Somalia ist eines der ärmsten Länder dieser Welt. Und mit Somalia verbindet man meistens humanitäre Katastrophen, Flüchtlingsströme und politische Instabilität. Die Situation der Jugendlichen ist entsprechend deprimierend: Nur wenige Jugendiche haben die Möglichkeit, eine Schulbildung zu erhalten und die Aussichten auf eine Ausbildung oder einen Arbeisplatz sind minimal. weiterlesen

Sri Lanka: Nach Tsunami und bewaffnetem Konflikt

Von DRK-Delegiertem Andreas Lindner

Thamilini zeigt mir das alte Schild mit der Nummer 383. Dieses hatte sie 2006 vom Deutschen Roten Kreuz bekommen. Ihre Familie war damals eine von fast 1.000, denen das DRK im Küstenstreifen südlich der srilankischen Distriktstadt Mullaitivu beim Wiederaufbau ihrer Häuser half. Der Tsunami am 26. Dezember 2004 hatte die Region völlig verwüstet. Wenn Thamilini heute zurückschaut, erscheint ihr der Tsunami von 2004 wie ein kleines Übel im Vergleich zu dem, was ihr und ihrer Familie in den letzten drei Jahren widerfahren ist.
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DRK unterstützt Feldkrankenhaus in Dadaab

Von Marcus Sting, DRK-Delegierter in Nairobi

Mein Einsatz in Kenia dieses Jahr, war mein 11. Auslandseinsatz. Zusammen mit anderen Teamleitern des Finnischen, Spanischen, Britischen und Dänischen Roten Kreuz sollten wir die Möglichkeit prüfen, wie wir dem Kenianische Rote Kreuz bei der Versorgung von Flüchtlingen in Dadaab helfen können. Das Deutsche Rote Kreuz hat sich vorgenommen, mit Hilfe von Spendengeldern, eine Gesundheitsstation in Dadaab aufzubauen und dort zu betreiben. Diese Gesundheitsstation kann rund 25.000 Menschen medizinisch versorgen. Unser Ziel ist es, das Kenianische Rote Kreuz eine Zeitlang in der medizinischen Versorgung zu begleiten und dann eine Übergabe aller Materialien an das Kenianische Rote Kreuz vorzubereiten. weiterlesen