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Kaum Schutz vor Kälte, Regen und Schnee: Syrische Flüchtlinge fürchten den Winter

Von Tommaso Della Longa (IFRC) / Übersetzung von René Schulthoff (DRK)

Eine ganze Familie in einem einzigen Raum. Zwischen fünf und acht Menschen in einer einfachen Behausung aus Brettern und Plastik. Sie sind untergebracht irgendwo inmitten von landwirtschaftlichen Gebieten oder, noch schlimmer, irgendwo oben in den Bergen. So sieht die Situation für tausende syrischer Flüchtlinge im Libanon aus, die vor der Gewalt in ihrem eigenen Land geflohen sind.

Zelt syrischer Flüchtlinge

Einfachste Unterkunft in den Bergen für syrische Flüchtlinge. Foto: Tommaso Della Longa (IFRC)

Während die Nächte im Libanon kälter und die Tage kürzer werden, und der Winter auch hier langsam Einzug hält, sind die Flüchtlinge verzweifelt bemüht, ihre traurigen Geschichten der Welt zu erzählen, damit wir ihre Notlage verstehen. „Das ist der dritte Winter für mich im Libanon“, sagt Khalil. Er lebt mit seiner Familie in Ketermaya im Chouf-Gebirge. „Manchmal finde ich kleine Jobs, aber die meiste Zeit des Jahres bin ich arbeitslos. Ich laufe so herum und denke über mein Leben nach und über das, was meiner Familie passiert ist. Ich suche eine Lösung, wie ich das Wasser stoppen kann, dass jeden Tag in unsere Baracke tröpfelt.“

Er sagt, dass der Winter starken Regen und starken Wind bringen wird, und dass Schlamm und Wasser in seine kleine einfache Bretterhütte mit Plastikplane eindringen werden. „Ich wohne hier mit meiner Frau und unseren sechs Kindern. Wenn der Regen für die Bauern nicht so wichtig wäre, würde ich beten, dass es dieses Jahr keinen Regen und keinen Schnee gibt. Ich muss mir etwas einfallen lassen, wie ich die Kinder vor der Kälte schützen kann“, sagt er.

Kleiner Junge im Matsch

Im Winter gibt es in den Camps nur Matsch und keinen Platz für die Kinder zum Spielen. Foto: René Schulthoff (DRK)

Mehr als 50 Familien leben in Ketermaya, und nicht nur Khalil hat im Winter solche Erfahrungen gemacht. Rana, die mit ihren vier Kindern zusammenwohnt, sagt, es sei quasi unmöglich, sich vernünftig auf den Winter vorzubereiten. „Wir haben keine Decken, keine Winterkleidung, keine Öfen. Wir haben nicht einmal Holz, um ein Feuer zu machen. In ein paar Wochen wird das hier ein Albtraum“, sagt sie.

Während für all die Familien in diesem improvisierten Camp eine geschützte Unterkunft derzeit oberste Priorität hat, haben das kalte Wetter und der Regen im Winter auch Einfluss auf viele andere Dinge. Warda ist 9 Jahre alt. Sie sagt, dass sie im Winter gern spielen und lernen möchte. „Wenn der Winter aber da ist, dann ist hier alles dreckig. Wasser und Schlamm sind überall und ich kann nirgendwo spielen. Mein Traum ist es, wieder nach Syrien zurückzukehren. Ich möchte meine Freunde sehen und zurück zur Schule gehen, ohne all die Verwundeten und toten Menschen überall“, sagt sie. „Und ich würde gern ein paar Wintersachen haben, damit es nicht so kalt ist.“

Improvised shelters of Syrian refugees

In den improvisierten Ansiedlungen syrischer Flüchtlinge stellen sich die Bewohner auf einen dritten kalten Winter ein. Foto: René Schulthoff, DRK-Delegierter

In Ketermaya genauso wie in vielen anderen Gebieten, in denen syrische Flüchtlinge unter einfachsten Bedingungen leben müssen, wird der kommende Winter wieder neue Probleme, Herausforderungen und Leid bringen. Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt die syrischen Flüchtlinge im Libanon in Zusammenarbeit mit dem Libanesischen Roten Kreuz mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln sowie mit medizinischer Hilfe. Die Aktivitäten des DRK werden durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Es werden dringend Spenden für die Versorgung der 1,2 Millionen syrischen Flüchtlinge im Libanon benötigt.

Hören Sie zur aktuellen Lage der syrischen Flüchtlinge auch ein Interview mit dem DRK-Deligierten René Schulthoff auf sr-online: http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=28482

Kinderwünsche im Südsudan

Von Michael Breunig, DRK-Delegierter

Dieses Mal war alles anders. Keine Bilder in den Nachrichten. Keine Informationen im Live Ticker. Dieser Einsatz bringt mich nach Afrika in den Südsudan. Wir, das heißt sechs Kollegen des dänischen Roten Kreuzes und ich, sollen für das Flüchtlingslager Yusuf Batil im Auftrag des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes ein Basislager errichten. Von dort aus sollen die Flüchtlinge mit den notwendigsten Dingen versorgt werden. Dazu zählen neben Wasser auch Hygieneartikel, Moskitonetze und verschiedene andere Dinge des täglichen Bedarfs.

Schlechte Straßenverhältnisse, starker Regen und andere logistische Herausforderungen erschwerten die Anfangsphase unserer Arbeit. Aber nach zwei Wochen waren die anfänglichen Probleme überwunden und das Basislager wurde voll in Betrieb genommen. weiterlesen

Somaliland: Beauty Salons im Flüchtlingslager

Von Karin Uckrow, DRK-Delegierte in Somalia

Somalia ist eines der ärmsten Länder dieser Welt. Und mit Somalia verbindet man meistens humanitäre Katastrophen, Flüchtlingsströme und politische Instabilität. Die Situation der Jugendlichen ist entsprechend deprimierend: Nur wenige Jugendiche haben die Möglichkeit, eine Schulbildung zu erhalten und die Aussichten auf eine Ausbildung oder einen Arbeisplatz sind minimal. weiterlesen

Sri Lanka: Nach Tsunami und bewaffnetem Konflikt

Von DRK-Delegiertem Andreas Lindner

Thamilini zeigt mir das alte Schild mit der Nummer 383. Dieses hatte sie 2006 vom Deutschen Roten Kreuz bekommen. Ihre Familie war damals eine von fast 1.000, denen das DRK im Küstenstreifen südlich der srilankischen Distriktstadt Mullaitivu beim Wiederaufbau ihrer Häuser half. Der Tsunami am 26. Dezember 2004 hatte die Region völlig verwüstet. Wenn Thamilini heute zurückschaut, erscheint ihr der Tsunami von 2004 wie ein kleines Übel im Vergleich zu dem, was ihr und ihrer Familie in den letzten drei Jahren widerfahren ist.
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DRK unterstützt Feldkrankenhaus in Dadaab

Von Marcus Sting, DRK-Delegierter in Nairobi

Mein Einsatz in Kenia dieses Jahr, war mein 11. Auslandseinsatz. Zusammen mit anderen Teamleitern des Finnischen, Spanischen, Britischen und Dänischen Roten Kreuz sollten wir die Möglichkeit prüfen, wie wir dem Kenianische Rote Kreuz bei der Versorgung von Flüchtlingen in Dadaab helfen können. Das Deutsche Rote Kreuz hat sich vorgenommen, mit Hilfe von Spendengeldern, eine Gesundheitsstation in Dadaab aufzubauen und dort zu betreiben. Diese Gesundheitsstation kann rund 25.000 Menschen medizinisch versorgen. Unser Ziel ist es, das Kenianische Rote Kreuz eine Zeitlang in der medizinischen Versorgung zu begleiten und dann eine Übergabe aller Materialien an das Kenianische Rote Kreuz vorzubereiten. weiterlesen