Schlagwort-Archiv: flüchtlingslager

Was wurde eigentlich aus…

Dr. Michael Kühnel-Rouchouze, Arzt für Allgemeinmedizin (Diplom in Tropenmedizin) und Delegierter des Roten Kreuzes

Dr. Michael Kühnel-Rouchouze, Arzt für Allgemeinmedizin (Diplom in Tropenmedizin) und Delegierter des Roten Kreuzes

Von Dr. Michael Kühnel-Rouchouze, Arzt und Auslandsmitarbeiter des Roten Kreuzes

Erinnern Sie sich noch? Vor etwa einem Jahr um diese Zeit war sie da: Die sogenannte Flüchtlingswelle. Ein Strom von Tausenden Menschen, die vor Zerstörung und Krieg flohen. Es folgte eine Welle der Hilfebereitschaft. Viele kleine und große Organisationen, tausende freiwillige HelferInnen, die an den Bahnhöfen, den Grenzen, in den Flüchtlingsunterkünften gearbeitet haben und auch noch arbeiten.

Und plötzlich wurde es still. Zehntausende strandeten in Griechenland und konnten nicht weiter. Ich durfte zwei Wochen dort helfen und habe Dinge gesehen, die man in Europa nicht für möglich gehalten hatte. weiterlesen

Zu fünft in einem Zimmer – und bald zu sechst

Leben in einem Camp für 6.000 Binnenvertriebene in der Ukraine

Von Haris Aljevic, DRK-Deligierter in Charkov, Ukraine

Valeria Vasilevna Didenko, 21, aus Alechevsk, einer kleinen Stadt in der Region Lugansk ist eine alleinerziehende Mutter und schwanger. Ihre Tochter Alina wurde am 7. Juni 2014 geboren. Als ihr Freund erfuhr, dass sie wieder schwanger ist, hat er sie verlassen. Vielleicht ist er nach Russland, um dort eine Arbeit zu finden. Valeria wird bald ihr zweites Kind bekommen, ein Kind, das im Flüchtlingsheim das Licht der Welt erblicken wird. Valeria wird dann mit 21 zweifache Mutter sein und sich auch noch um ihre Mutter sowie um zwei Geschwister kümmern müssen. weiterlesen

90 Patienten pro Tag – DRK-Ärzte und Schwestern versorgen in Nordgriechenland Flüchtlinge und leisten medizinische Hilfe

DRK-Mitarbeiter René Schulthoff ist zur Zeit in Nordgriechenland für das Deutsche Rote Kreuz aktiv

Ich bin jetzt seit einer Woche in Nordgriechenland für das DRK als Mitarbeiter im Einsatz. Es ist immer noch kalt in dem Gebiet zur Grenze in die ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien — nachts bis 0 Grad, tagsüber nur bis 14 Grad, aber es soll wärmer werden. Etwa 35.000 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern stecken hier im wahrsten Sinne des Wortes seit Wochen fest. Denn das Gebiet um Idomeni ist feucht, der Regen hat die Wiesen in Schlammflächen verwandelt, Zelte und Kleidung durchnässt und das Feuerholz fast unbrauchbar gemacht.

Idomeni Flüchtlinge

Idomeni, Flüchtlinge harren vor der Grenze zur Republik Mazedonien aus. Foto: René Schulthoff / DRK

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Gesundheit ist relativ – vom Alltag in Beirut und in den umliegenden Flüchtlingslagern

Rouven Brunnert, DRK-Beauftragter für Kommunikation im Libanon, macht sich Gedanken über seine Gesundheit. Doch dann findet er das fragwürdig. Denn ein Besuch in den Flüchtlingslagern zeigt, was wirkliche Gesundheitsprobleme sind.

In Beiruts Supermärkten sind ‚Salad Tabs‘ der Renner. Eine Tablette genügt, um das ungeniessbare Leitungswasser von Keimen zu befreien, so die Werbung für die Chlortabletten. ‚Salad Tabs‘ heißen sie deshalb, weil in der traditionellen libanesischen Küche viel Grün gegessen wird, wie zum Beispiel Fattouche: ein Salat mit Gurken, Tomaten, Zwiebeln, Radieschen sowie ordentlich Essig und Zitronensaft.

DRK-Mitarbeiter Rouven Brunnert in Beirut. Foto: Libanesisches Rotes Kreuz/LRC

DRK-Mitarbeiter Rouven Brunnert in Beirut. Foto: Libanesisches Rotes Kreuz /LRC

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Flüchtlingshilfe ganz praktisch: DRK-Delegierte lernen Gabelstaplerfahren

Von Stefan Bihl, DRK-Kommunikationsdelegierter

Es ist zwei Uhr nachts und in der Unterkunft für Flüchtlinge im Warteraum Feldkirchen ist die Heizung ausgefallen. Die Temperaturen fallen unter 15°C. Als der diensthabende stellvertretende Teamleiter informiert ist, macht er sich sofort auf die Suche nach Wolldecken. Im Lagercontainer wird er auch fündig, doch kann er unmöglich eine Palette Kartons mit Wolldecken bewegen. Dazu braucht man einen Gabelstapler. Allerdings schläft der einzige Kollege, der die beiden DRK-Gabelstapler fahren darf, tief und fest in seiner Unterkunft 10 km vom Camp entfernt – Anlass genug, mehrere DRK-Delegierte zu schulen, so dass pro Schicht mindestens ein Kollege mit Gabelstaplerlizenz anwesend ist. weiterlesen

„Ich versuche, nicht alles zu nah an mich rankommen zu lassen, aber es gelingt nicht immer“ – eine Flüchtlingsbetreuerin berichtet

Von Iris Möker, DRK-Kommunikationsdelegierte und Pressesprecherin des DRK-Landesverbandes Brandenburg

„Wir sollten allen Menschen mit Respekt und Liebe begegnen“, sagt Afreen Khan. Die 35-Jährige aus Bangladesch arbeitet als Delegierte für das Rote Kreuz im Warteraum für Flüchtlinge im bayrischen Feldkirchen. „Ich bin ohne Erwartungen hier angekommen“, erzählt sie, „lerne aber jeden Tag viel fürs Leben. Von den Flüchtlingen und auch innerhalb des Rotkreuz-Teams“. Seit Ende September wohnt die junge Frau in einer Pension, zusammen mit 23 anderen Delegierten aus aller Welt. weiterlesen

„Ich bin so dankbar für diese Luftkühler“

Von René Schulthoff, DRK Mitarbeiter in Beirut/ Dohuk Irak

DRK bringt 7190 Luftkühler in den Nordirak, autonome Region Kurdistan. Hier herrscht im Sommer enorme Hitze von bis zu 50 Grad. 1,5 Millionen Menschen aus dem Irak und Syrien haben sich in diese Region geflüchtet. Die DRK-Hilfe erreicht fast 45.000 Menschen.

Es flimmert vor Hitze. 45 Grad in der prallen Sonne. Wahrscheinlich ist es noch heißer, denke ich. In einem der Lager für Vertriebene im Nordirak steht eine lange Schlange Wartender vor einem kleinen Zelt des Irakischen Roten Halbmondes, meist sind es Männer. Auch Ihnen macht diese Hitze zu schaffen. Ich schwitze und sehe aus wie geduscht. „Na, wie geht’s“ spricht mich einer der wartenden Männer an. Ich bin überrascht. „Sie sprechen Deutsch?“ frage ich. „Ja ein bisschen“ sagt der Mann. weiterlesen

Weltflüchtlingstag: Azraq – ein Flüchtlingslager voller Kinder, die nach Hause möchten

Humanitäre Nothilfe des DRK für syrische Flüchtlinge

Von René Schulthoff, DRK-Delegierter in Beirut

Es ist brütend heiß in der jordanischen Wüste. An diesem Tag über 45 Grad. Azraq liegt 70 Kilometer östlich der jordanischen Hauptstadt Amman. Gebaut für Menschen aus Syrien, die vor der Gewalt in ihrem Land geflohen sind. In Jordanien halten sich derzeit rund 620.000 syrische Flüchtlinge auf. Im Flüchtlingslager von Azraq selbst leben etwa 20.000 Frauen, Männer und vor allem Kinder, eine ganze Kleinstadt. In einem weiteren Flüchtlingslager in Zaatari warten etwa 80.000 syrische Flüchtlinge darauf, eines Tages wieder heimzukehren. weiterlesen

„Ich will Dir Arabisch beibringen“ – Die neunjährige Laticia lebt im Flüchtlingslager Azraq in Jordanien

Von René Schulthoff, DRK-Mitarbeiter in Beirut

Es ist brütend heiß in der jordanischen Wüste, an diesem Tag über 45 Grad. Azraq liegt 70 Kilometer östlich der jordanischen Hauptstadt Amman. Hier steht das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt. Gebaut für Menschen aus Syrien, die vor der Gewalt in ihrem Land geflohen sind. In Jordanien halten sich fast 700.000 syrische Flüchtlinge auf. weiterlesen

Bargeld für Vertriebene im kurdischen Autonomiegebiet

Moderne Nothilfe im Sinne der Menschen

Von Jörg Mühlbach, DRK-Delegierter Nordirak, Kurdistan

Die meisten meiner Freunde oder Bekannten, denen ich erzähle, dass das DRK als Nothilfemaßnahme im Nordirak Bargeld verteilt, schauen mich erst einmal stirnrunzelnd an und fragen dann: Was machen die Leute denn mit dem Geld? Muss man so etwas nicht sehr gut kontrollieren? Kann das Geld denn nicht in falsche Hände geraten oder für die falschen Dinge ausgegeben werden? weiterlesen