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Weltflüchtlingstag: Azraq – ein Flüchtlingslager voller Kinder, die nach Hause möchten

Humanitäre Nothilfe des DRK für syrische Flüchtlinge

Von René Schulthoff, DRK-Delegierter in Beirut

Es ist brütend heiß in der jordanischen Wüste. An diesem Tag über 45 Grad. Azraq liegt 70 Kilometer östlich der jordanischen Hauptstadt Amman. Gebaut für Menschen aus Syrien, die vor der Gewalt in ihrem Land geflohen sind. In Jordanien halten sich derzeit rund 620.000 syrische Flüchtlinge auf. Im Flüchtlingslager von Azraq selbst leben etwa 20.000 Frauen, Männer und vor allem Kinder, eine ganze Kleinstadt. In einem weiteren Flüchtlingslager in Zaatari warten etwa 80.000 syrische Flüchtlinge darauf, eines Tages wieder heimzukehren.

Syrische Kinder im Flüchtlingslager Azraq. Foto: René Schulthoff /DRK

Syrische Kinder im Flüchtlingslager Azraq. Foto: René Schulthoff /DRK

Laticia hat viele Freunde in den umliegenden Hütten hier im Flüchtlingslager. Und wie so viele andere hier wünscht sie sich, wieder nach Syrien zurückkehren zu können, wieder regelmäßig in die Schule gehen zu können, dort mit Freunden zu spielen und sich sicher zu fühlen.

Laticia aus Syrien ist neun Jahre alt. Foto: Silas Koch

Laticia aus Syrien ist neun Jahre alt. Foto: Silas Koch

Hier im Flüchtlingslager in Azraq mitten in der Wüste hat das DRK zusammen mit Partnern ein Krankenhaus für syrische Flüchtlinge gebaut. Allein in diesem Jahr wurden bis Mai fast 6000 Patienten behandelt, 220 Babys sind dort zur Welt gekommen. Die Behandlungen sind kostenlos und das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Kommission finanziert.

Saeed, Ala´a und Kamal aus Syrien helfen im Azraq-Krankenhaus. Foto: René Schulthoff /DRK

Saeed, Ala´a und Kamal aus Syrien helfen im Azraq-Krankenhaus. Foto: René Schulthoff /DRK

In Irbid im Nordwesten Jordaniens betreut das DRK zusammen mit dem Jordanischen Roten Halbmond weitere Projekte, um den syrischen Flüchtlingen zu helfen. Diese Aktivitäten werden vom Auswärtigen Amt finanziert. 700 syrische und auch jordanische bedürftige Familien erhalten dort zum Beispiel zweimonatlich Gutscheine für Hygieneartikel. Mit diesen Gutscheinen im Wert von etwa 20 Euro können sie in bestimmten Geschäften das einkaufen, was sie wirklich benötigen. „Durch diese Gutscheine sind die Menschen in der Lage, selbst zu entscheiden und selbst auszusuchen, welche Hygieneartikel sie brauchen. Sie können ganz normal einkaufen gehen und die Dinge aussuchen, die sie für sich und ihre Kinder oder Babys benötigen“, sagt die DRK-Projektleiterin Christina Duschl in Amman.

Verteilung von Gutscheinen an syrische Flüchtlinge in Irbil, Jordanien. Foto: René Schulthoff /DRK

Verteilung von Gutscheinen an syrische Flüchtlinge in Irbil, Jordanien. Foto: René Schulthoff /DRK

Das DRK engagiert sich in der Region in verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Projekten, um den Flüchtlingen aus Syrien und den Binnenvertriebenen in Syrien selbst zu helfen. Insgesamt sind fast 4 Millionen Menschen aus ihrer Heimat in Syrien in die benachbarten Länder Libanon, Jordanien und die Türkei geflohen. In Syrien selbst sind noch einmal fast 8 Millionen vertrieben. Über 12 Millionen Frauen, Kinder und Männer sind permanent auf humanitäre Hilfe in Syrien angewiesen.

Es geht heute wie seit Beginn des Konflikts vor vier Jahren immer noch rein um die Deckung von Grundbedürfnissen: Lebensmittel, Unterkunft, Wasser, grundlegende Hygienemaßnahmen, Gesundheit. Dafür sind wir weiter auf Ihre Spenden angewiesen.

Unterstützen Sie uns dabei, Menschen in Not zu helfen.

Bargeld für Vertriebene im kurdischen Autonomiegebiet

Moderne Nothilfe im Sinne der Menschen

Von Jörg Mühlbach, DRK-Delegierter Nordirak, Kurdistan

Die meisten meiner Freunde oder Bekannten, denen ich erzähle, dass das DRK als Nothilfemaßnahme im Nordirak Bargeld verteilt, schauen mich erst einmal stirnrunzelnd an und fragen dann: Was machen die Leute denn mit dem Geld? Muss man so etwas nicht sehr gut kontrollieren? Kann das Geld denn nicht in falsche Hände geraten oder für die falschen Dinge ausgegeben werden? weiterlesen

Amnahs erste Schritte

Von René Schulthoff, DRK-Delegierter Beirut, Libanon

Als erstes sehe ich die kleinen Zehennägel und dann das eingegipste Bein, das sich langsam durch die Tür schiebt. Dann erscheint das zierliche syrische Mädchen mit seinen dünnen Armen, die Hände um die Reifen eines Rollstuhls geklammert. Langsam und mühsam schiebt sich die neunjährige Amnah über den Flur des Krankenhauses im Flüchtlingslager Azraq in der jordanischen Wüste. Ihre Geschichte ist schockierend. weiterlesen

Kaum Schutz vor Kälte, Regen und Schnee: Syrische Flüchtlinge fürchten den Winter

Von Tommaso Della Longa (IFRC) / Übersetzung von René Schulthoff (DRK)

Eine ganze Familie in einem einzigen Raum. Zwischen fünf und acht Menschen in einer einfachen Behausung aus Brettern und Plastik. Sie sind untergebracht irgendwo inmitten von landwirtschaftlichen Gebieten oder, noch schlimmer, irgendwo oben in den Bergen. So sieht die Situation für tausende syrischer Flüchtlinge im Libanon aus, die vor der Gewalt in ihrem eigenen Land geflohen sind. weiterlesen

Kinderwünsche im Südsudan

Von Michael Breunig, DRK-Delegierter

Dieses Mal war alles anders. Keine Bilder in den Nachrichten. Keine Informationen im Live Ticker. Dieser Einsatz bringt mich nach Afrika in den Südsudan. Wir, das heißt sechs Kollegen des dänischen Roten Kreuzes und ich, sollen für das Flüchtlingslager Yusuf Batil im Auftrag des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes ein Basislager errichten. Von dort aus sollen die Flüchtlinge mit den notwendigsten Dingen versorgt werden. Dazu zählen neben Wasser auch Hygieneartikel, Moskitonetze und verschiedene andere Dinge des täglichen Bedarfs.

Schlechte Straßenverhältnisse, starker Regen und andere logistische Herausforderungen erschwerten die Anfangsphase unserer Arbeit. Aber nach zwei Wochen waren die anfänglichen Probleme überwunden und das Basislager wurde voll in Betrieb genommen. weiterlesen

Somaliland: Beauty Salons im Flüchtlingslager

Von Karin Uckrow, DRK-Delegierte in Somalia

Somalia ist eines der ärmsten Länder dieser Welt. Und mit Somalia verbindet man meistens humanitäre Katastrophen, Flüchtlingsströme und politische Instabilität. Die Situation der Jugendlichen ist entsprechend deprimierend: Nur wenige Jugendiche haben die Möglichkeit, eine Schulbildung zu erhalten und die Aussichten auf eine Ausbildung oder einen Arbeisplatz sind minimal. weiterlesen

Sri Lanka: Nach Tsunami und bewaffnetem Konflikt

Von DRK-Delegiertem Andreas Lindner

Thamilini zeigt mir das alte Schild mit der Nummer 383. Dieses hatte sie 2006 vom Deutschen Roten Kreuz bekommen. Ihre Familie war damals eine von fast 1.000, denen das DRK im Küstenstreifen südlich der srilankischen Distriktstadt Mullaitivu beim Wiederaufbau ihrer Häuser half. Der Tsunami am 26. Dezember 2004 hatte die Region völlig verwüstet. Wenn Thamilini heute zurückschaut, erscheint ihr der Tsunami von 2004 wie ein kleines Übel im Vergleich zu dem, was ihr und ihrer Familie in den letzten drei Jahren widerfahren ist.
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DRK unterstützt Feldkrankenhaus in Dadaab

Von Marcus Sting, DRK-Delegierter in Nairobi

Mein Einsatz in Kenia dieses Jahr, war mein 11. Auslandseinsatz. Zusammen mit anderen Teamleitern des Finnischen, Spanischen, Britischen und Dänischen Roten Kreuz sollten wir die Möglichkeit prüfen, wie wir dem Kenianische Rote Kreuz bei der Versorgung von Flüchtlingen in Dadaab helfen können. Das Deutsche Rote Kreuz hat sich vorgenommen, mit Hilfe von Spendengeldern, eine Gesundheitsstation in Dadaab aufzubauen und dort zu betreiben. Diese Gesundheitsstation kann rund 25.000 Menschen medizinisch versorgen. Unser Ziel ist es, das Kenianische Rote Kreuz eine Zeitlang in der medizinischen Versorgung zu begleiten und dann eine Übergabe aller Materialien an das Kenianische Rote Kreuz vorzubereiten. weiterlesen