Tag Archives: hilfsgüter

Gesundheit ist relativ – vom Alltag in Beirut und in den umliegenden Flüchtlingslagern

Rouven Brunnert, DRK-Beauftragter für Kommunikation im Libanon, macht sich Gedanken über seine Gesundheit. Doch dann findet er das fragwürdig. Denn ein Besuch in den Flüchtlingslagern zeigt, was wirkliche Gesundheitsprobleme sind.

In Beiruts Supermärkten sind ‚Salad Tabs‘ der Renner. Eine Tablette genügt, um das ungeniessbare Leitungswasser von Keimen zu befreien, so die Werbung für die Chlortabletten. ‚Salad Tabs‘ heißen sie deshalb, weil in der traditionellen libanesischen Küche viel Grün gegessen wird, wie zum Beispiel Fattouche: ein Salat mit Gurken, Tomaten, Zwiebeln, Radieschen sowie ordentlich Essig und Zitronensaft.

DRK-Mitarbeiter Rouven Brunnert in Beirut. Foto: Libanesisches Rotes Kreuz/LRC

DRK-Mitarbeiter Rouven Brunnert in Beirut. Foto: Libanesisches Rotes Kreuz /LRC

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Hilfe für Menschen in Jordanien: Viele Probleme löst ein Hotline-Service

Ein Interview mit der Feedback- und Beschwerdebeauftragten des DRK: Diana Aqabai

Mit seinem Nothilfe-Programm in Jordanien hat das Deutsche Rote Kreuz auch eine Telefon-Hotline eröffnet. Über diese Hotline können die Menschen, die Hilfe vom DRK erhalten, Informationen über das Programm erfahren, aber auch ihre Anliegen und Beschwerden äußern. Diana Aqabai ist seit August 2015 Feedback- und Beschwerdebeauftragte des DRK vor Ort und berichtet von ihrer Arbeit. weiterlesen

Hilfe für syrische Flüchtlinge im „Niemandsland“ zwischen Syrien und Jordanien

Von Melanie Plöger, DRK-Mitarbeiterin

Im „Niemandsland“ – der entmilitarisierten Zone zwischen Syrien und Jordanien mitten in der Wüste – sitzen mehr als 20.000 syrische Flüchtlinge fest und warten auf Einlass nach Jordanien. Jordanien hat die Grenzen offiziell jedoch bereits vor langer Zeit geschlossen. Jeden Tag lässt die Regierung nur ca. 50 der bedürftigsten Flüchtlinge ins Land. Die große Mehrheit harrt seit Monaten in dem kargen Wüstengelände aus und ist dort den widrigsten Umständen ausgesetzt. Sie haben nur einfache Plastikplanen und -zelte zum Schutz, es gibt keine sanitären Anlagen, keinen Strom, keine Nahrungsmittel  Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) versorgt die Flüchtlinge – deren Zahl im November sprunghaft gestiegen ist – seit über einem Jahr mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und den nötigsten Gegenständen (Decken, Kleidung, Hygieneartikel). weiterlesen

Medizinische Hilfe für Frauen und Kinder in Syrien – das DRK unterstützt eine kleine Klinik in einem Vorort von Damaskus

Von René Schulthoff, DRK-Delegierter in Beirut

Die kleine Klinik liegt ein bisschen versteckt in einer kleinen Gasse in Dwella, einem Viertel der Hauptstadt Damaskus. Es ist ein dicht besiedeltes  Gebiet, wo die Häuser eng aneinander gebaut sind und zahlreiche kleine Gassen sich durch das Viertel schlängeln.

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„Was würde ich mitnehmen auf der Flucht?” Gedanken zum Hilfseinsatz auf Lesvos

Von DRK-Mitarbeiterin Marilena Chatziantoniou, die die Verteilung von Hilfsgütern in Griechenland für das Deutsche Rote Kreuz koordiniert.

“Was würde ich eigentlich mitnehmen auf der Flucht?” Dieser Gedanke ging mir nicht aus dem Kopf an diesem kühlen, aber sonnigen Novembertag auf der griechischen Insel Lesvos. Man flieht ja nicht vor einem Feuer, einem Erdbeben, bei denen man nicht eine Sekunde Zeit hat zu überlegen. Nein, man flieht vor einem Krieg, der sich in den letzten vier Jahren verschärft hat. Man flieht vor einer Situation, die es einem nicht mehr erlaubt ein Leben ohne Furcht zu leben. Ein Leben in ständiger Angst, dein Haus könnte das nächste sein, das getroffen wird, dein Kind das nächste, das erfriert oder verhungert. Man flieht vor den Bomben, vor dem Tod, vor der ständigen Angst.
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„Ich bin so dankbar für diese Luftkühler“

Von René Schulthoff, DRK Mitarbeiter in Beirut/ Dohuk Irak

DRK bringt 7190 Luftkühler in den Nordirak, autonome Region Kurdistan. Hier herrscht im Sommer enorme Hitze von bis zu 50 Grad. 1,5 Millionen Menschen aus dem Irak und Syrien haben sich in diese Region geflüchtet. Die DRK-Hilfe erreicht fast 45.000 Menschen.

Es flimmert vor Hitze. 45 Grad in der prallen Sonne. Wahrscheinlich ist es noch heißer, denke ich. In einem der Lager für Vertriebene im Nordirak steht eine lange Schlange Wartender vor einem kleinen Zelt des Irakischen Roten Halbmondes, meist sind es Männer. Auch Ihnen macht diese Hitze zu schaffen. Ich schwitze und sehe aus wie geduscht. „Na, wie geht’s“ spricht mich einer der wartenden Männer an. Ich bin überrascht. „Sie sprechen Deutsch?“ frage ich. „Ja ein bisschen“ sagt der Mann. weiterlesen

Die Arbeit hat gerade erst begonnen – Emotionen und Eindrücke beim Einsatz in Nepal

von DRK-Mitarbeiterin Marilena Chatziantoniou

An einem warmem Frühlingstag Mitte Mai stieg ich in das Flugzeug von Berlin Richtung Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Die nächsten dreißig Tage würden dem Deutschen Roten Kreuz und der Hilfe für die Menschen gewidmet sein, die von dem schweren Erdbeben betroffen waren, das Nepal am 25. April erschüttert hatte. weiterlesen

Viele Herausforderungen und ein Nachbeben – bei der Verteilung von Hilfsgütern in Nepal

Von Karl Philipp Gawel, DRK-Mitarbeiter in Nepal

Anreise

Bereits in Istanbul habe ich mich am Flughafen mit Keksen und Trinkwasserflaschen eingedeckt, mangels wirklich verlässlicher Informationen, was mich beim Eintreffen in Kathmandu erwarten würde. Obwohl es von Istanbul nach Kathmandu mit einer Linienmaschine ging, war klar, das ist kein regulärer Flug. Die Mehrzahl der Passagiere waren Pressevertreter oder Hilfskräfte, die sich auf dem Weg in ein unbekanntes Szenario befanden. Je mehr sich das Flugzeugsymbol auf der Bildschirmlandkarte dem Ziel Nepal näherte, wurde mir bewusst, das Folgende ist ungewiss. weiterlesen

„Unser Haus ist sicher gesprengt worden“ – Begegnung mit einer irakischen Vertriebenenfamilie in Nordirak

Von Jörg Mühlbach, DRK-Delegierter im Nordirak

Es regnet und es ist kalt. Ich bin heute mit meiner Kollegin Bettina Morgenstern in eines der Lager für irakische Vertriebene im Nordirak, autonome Region Kurdistan, aufgebrochen. Im Chamishko-Camp leben etwa 25.000 Menschen, irakische Familien, die vor der Gewalt im eigenen Land geflohen sind. Wir verteilen an diesem Tag 1.000 Kerosin-Heizgeräte im Camp. Hier in den Bergen ist es im Winter empfindlich kalt und auf den Gipfeln ringsherum liegt Schnee. Es gibt ein Heizgerät pro Familie. Wenn man schätzt, dass eine Familie 5-6 Mitglieder hat, konnten wir also heute insgesamt 5.000 bis 6.000 Menschen versorgen. Am Sonntag werden noch mal 400 Heizgeräte verteilt. weiterlesen

Winter-Nothilfe des DRK für Vertriebene im Nordirak – 18.000 Menschen erhalten Heizöfen, Kerosin, Decken und Isoliermaterialien

Von René Schulthoff, DRK-Delegierter Beirut, Libanon

Das Deutsche Rote Kreuz hat kurz vor dem einbrechenden Winter im Nordirak damit begonnen, Vertriebene im Nordirak mit dringend benötigter Winterhilfe zu versorgen. Das vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland mit 3 Millionen Euro finanzierte Projekt wird 3000 Familien unterstützen. Die etwa 18.000 Menschen sind vor der Gewalt bewaffneter Gruppierungen im Irak geflohen. Viele kommen aus dem umkämpften Gebiet des Sinja-Gebirges. weiterlesen