Tag Archives: Medizinische Versorgung

Geschafft! Die dreijährige Doris darf nach Hause

Von DRK-Mitarbeiter Prof. Joachim Gardemann

Am Mittwoch, dem 19. November konnten wir die kleine Doris (3 Jahre) nach glücklich überstandener Ebola-Erkrankung geheilt wieder zu ihrer Großmutter nach Hause entlassen. Nach klinischer Heilung, zweifach negativem Laborbefund und anschließender ausgiebiger körperlicher Reinigung („Happy Shower“) können wir die überlebenden Patienten erstmals wieder direkt berühren, denn nun sind sie ganz sicher ebolafrei. weiterlesen

Jose Valdivias: Die Lebensgeschichte eines Leprakranken

Von DRK-Referentin Leona Keyl

Bei einem meiner Besuche eines DRK Projektes in Peru traf ich auf die Lebensgeschichte von Jose Valdivias. Jose verbrachte den Großteil seines Lebens in San Pablo, einer kleinen Gemeinde am Amazonas. Diese Geschichte hat mich tief beeindruckt und deshalb möchte ich sie an dieser Stelle wiedergeben. weiterlesen

Sri Lanka: Nach Tsunami und bewaffnetem Konflikt

Von DRK-Delegiertem Andreas Lindner

Thamilini zeigt mir das alte Schild mit der Nummer 383. Dieses hatte sie 2006 vom Deutschen Roten Kreuz bekommen. Ihre Familie war damals eine von fast 1.000, denen das DRK im Küstenstreifen südlich der srilankischen Distriktstadt Mullaitivu beim Wiederaufbau ihrer Häuser half. Der Tsunami am 26. Dezember 2004 hatte die Region völlig verwüstet. Wenn Thamilini heute zurückschaut, erscheint ihr der Tsunami von 2004 wie ein kleines Übel im Vergleich zu dem, was ihr und ihrer Familie in den letzten drei Jahren widerfahren ist.
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Afghanistan: Die Kinderklinik von Kandahar

Krankenpfleger Ahmad Sabir, kleiner Patient und Christian Schuh auf der Kinderstation Von IKRK-Delegiertem Christian Schuh

Seit über 5 Monaten arbeite ich für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) als Kinderkrankenpfleger im südafghanischen Kandahar. Das IKRK unterstützt hier seit 15 Jahren das einzige Krankenhaus im Süden des Landes – das Mirwais Regional Hospital. Es verfügt über 350 Betten in der Kinderklinik, Chirurgie, Frauenheilkunde, Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Augenheilkunde und der Inneren Medizin. Außerdem gehört eine große und viel frequentierte Ambulanz zum Krankenhaus. weiterlesen

Die Flut ist noch nicht vorbei

Langsam fließt das Wasser von den Feldern ab, aber es wird noch lange dauern, bis die Bauern hier wieder ernten können. Foto: Mario Lennartz.

Langsam fließt das Wasser von den Feldern ab, aber es wird noch lange dauern, bis die Bauern hier wieder ernten können. Foto: Mario Lennartz.

Von Valérie Batselaere, IFRC

Verheerende Überflutungen halten Pakistan weiter fest im Griff. Eine neue Flutwelle überschwemmte in der südlichen Provinz Sindh zwei Städte und mehr als 70 Dörfer entlang des Manchar-Sees südlich von Dadu. Die steigenden Wassermassen durchbrachen den Damm am See, sodass zehntausende Menschen in die nächsten höher gelegenen Städte evakuiert werden mussten. weiterlesen

Was Kängurus mit Neugeborenen in Haiti zu tun haben

Das ist Kangarooing! © DRK

Oliver Bartelt ist Kinderarzt und seit Mitte April im Feldhospital in Port au Prince tätig. Er hat bereits fünf Jahre im Bereich Neonatologie in den DRK-Kliniken Westend gearbeitet. Neonatologie ist ein Zweig der Kinderheilkunde, der sich mit Neugeborenenmedizin und –versorgung befasst. In seinem Beitrag berichtet er über seine Erfahrungen und Eindrücke in dem Krankenhaus. weiterlesen

Haiti: 100 Tage nach dem Erdbeben 2/2

André Hemping-Bovenkerk ist seit vier Wochen als Teamleiter der DRK-Basisgesundheitsstation in Port au Prince tätig. Zuvor war er für das Rote Kreuz bereits in unterschiedlichen Ländern, unter anderem in Indien und im Iran, im Einsatz und hat dort nach Erdbeben Hilfe geleistet. 100 Tage nach dem schweren Erdbeben in Haiti berichtet der Anästhesist über die aktuelle Situation vor Ort. Dies ist der zweite und letzte Teil seines hier veröffentlichten Beitrags. weiterlesen

Haiti: 100 Tage nach dem Erdbeben 1/2

André Hemping-Bovenkerk ist seit vier Wochen als Teamleiter der DRK-Basisgesundheitsstation in Port au Prince tätig. Zuvor war er für das Rote Kreuz bereits in unterschiedlichen Ländern, unter anderem in Indien und im Iran, im Einsatz und hat dort nach Erdbeben Hilfe geleistet. 100 Tage nach dem schweren Erdbeben in Haiti berichtet der Anästhesist über die aktuelle Situation vor Ort. Dies ist der erste von insgesamt zwei Teilen seines Beitrags, den wir hier veröffentlichen. weiterlesen

Die Zeltstadt im Fußballstadion – Das Feldhospital des DRK 3/3

Ulrike Koltermann ist dpa-Korrespondentin in Paris und berichtet über das DRK-Feldhospital in Port-au-Prince wenige Wochen nach dem verheerenden Erdbeben. Dieser Beitrag ist der dritte und letzte Teil ihrer Reportage vom 10. Februar 2010. weiterlesen

Die Zeltstadt im Fußballstadion – Das Feldhospital des DRK 2/3

Ulrike Koltermann ist dpa-Korrespondentin in Paris und berichtet über das DRK-Feldhospital in Port-au-Prince wenige Wochen nach dem verheerenden Erdbeben. Dieser Beitrag ist der zweite Teil ihrer Reportage vom 10. Februar 2010, die wir in drei Teilen veröffentlichen.

von Ulrike Koltermann

Ein Krankenhaus entsteht in drei Tagen

Das Feldhospital in Carrefour wird aufgebaut

In wenigen Tagen wird ein komplettes Krankenhaus aufgebaut © Stefan Trappe, DRK

Der Aufbau der Zeltstadt, die mit ihrer Ausstattung etwa einem Kreiskrankenhaus entspricht, war eine logistische Meisterleistung. Unter normalen Umständen braucht der Bau eines Krankenhauses Jahre – hier war alles schon kurz nach der Katastrophe einsatzbereit. „Drei Tage von der Ankunft der ersten Kiste bis zum ersten Patienten“, sagt Holger Schmidt, der für die Organisation zuständig ist, mit Stolz. Haiti bekam die Komplettversion eines Krankenhauses mit Ambulanz, Apotheke, Röntgengerät, Labor, Geburtshilfe und Operationssaal. Vier große weiße Zelte mit bis zu 170 Feldbetten dienen als Krankenstationen und etwa 60 internationale Experten arbeiten in der Klinik, etwa die Hälfte davon aus Deutschland. Die Mitarbeiter schlafen in silbrigen Tunnelzelten. Das Trinkwasser wird in einer eigenen Anlage aufbereitet, bis zu 60 000 Liter täglich.

Die Rot-Kreuz-Familie ist die einzige Hilfsorganisation, die Feldkliniken in dieser Größe zur Verfügung stellen kann. Weltweit gibt es drei Stück davon. Der Aufbau der Klinik habe etwa drei Millionen Euro gekostet, sagt Schmidt. Davon sei schon fast eine Million nur für den Transport draufgegangen. Der Einsatz rechne sich aber: In China seien nach dem Erdbeben rund 76 000 Patienten in einer solchen Klinik behandelt worden. Sie dient nicht nur der Nothilfe für die Opfer des Erdbebens, sondern sie soll die Gesundheitsstruktur im Land stärken. Deswegen wird sie nach mehreren Monaten an das haitianische Rote Kreuz übergeben.

„Bevor wir die Klinik übergeben, müssen wir aber noch einen Ersatz für die Zelte finden“, sagt Schmidt. In ein paar Wochen beginnt die Regensaison mit ihren Wirbelstürmen. Wenn die Hunderttausenden Obdachlosen dann noch immer in ihren Zelten aus Stöcken und Bettlaken hausen, droht neues Chaos, das man sich nicht ausmalen mag. Das Rote Kreuz will die Zeltklinik bis dahin in Fertigbau-Häuser unterbringen. Möglicherweise findet sich auch ein leerstehendes Gebäude.

Erfolgreiche Traumabehandlung

Aus einem der Zelte dringt fröhliches Singen und Klatschen. Hier kümmern sich Betreuer um traumatisierte Kinder. Das Zelt ist mit Luftballons und Girlanden dekoriert, an der Zeltwand hängen Kinderbilder.

Ein Helfer kümmert sich um ein traumatisiertes Kind im Feldhospital in Carrefour

Im Feldhospital des Deutschen Roten Kreuzes kümmern sich Helfer spielerisch um traumatisierte Kinder © Stefan Trappe, DRK

Eines zeigt ein schreiendes Kind, das in einem Haus eingesperrt ist – vermutlich eine Reaktion auf das eigene Erlebnis des Erdbebens. Mehrere Kinder stehen im Kreis und singen. Dann tritt ein Mädchen mit vielen vom Kopf abstehenden Zöpfen in die Mitte und macht eine Geste, als wolle sie etwas auf den Boden legen. „Ich lege die Verzweiflung in meiner Familie hier ab“, sagt sie und lächelt schüchtern. Die Betreuer und die anderen Kinder klatschen Beifall.