Tag Archives: mobile gesundheitsstation

Rückblick auf einen Einsatz in Ostafrika

Von DRK-Delegierter Cornelia Braun

Ende August bin ich aus Nairobi zurückgekehrt. Es war bereits mein dritter Einsatz in der Region Ostafrika. Im Jahr 2007 habe ich unter anderem die Ausbildung zur Gesundheitsversorgung in Krisen- und Katastrophensituationen für freiwillige Rotkreuzhelfer in Kenia organisiert. Der Schwerpunkt dabei lag auf der Vermittlung der Standards der internationalen Not- und Katastrophenhilfe. weiterlesen

Kein Tropfen auf den heißen Stein: Meine Eindrücke aus Haiti

Vor genau zwei Wochen landete ich in Port au Prince. Im Gepäck: eine mobile Gesundheitsstation, die medizinische Grundversorgung für 20.000 Menschen leisten kann. Der Flieger war eine russische Transportmaschine, Iljusjin 76, sie kann 20 Tonnen mitnehmen und das war genau richtig.

Der Flughafen in Port au Prince ist seit dem Erdbeben überlaufenen, voll. Überall Hilfsgüter, Autos, Gabelstapler und US-Militärs. Schon auf dem Rollfeld kamen Menschen aus Port au Prince auf uns zu: Was bringt ihr mit? Kommt bitte zu meiner Straße, die ist am schlimmsten betroffen. Wo werdet ihr eure Zelte aufschlagen? weiterlesen

Sechs Fragen an Gerhard Tauscher, Teamleiter einer DRK-Basisgesundheitsstation

1. Was ist Ihre Aufgabe in Haiti?

Im Moment ist eine meiner Aufgaben, Material und Personal für das Feldkrankenhaus in Carrefour durchzureichen. Alles was hier in der Haupstadt für das Team in Carrefour erledigt werden muss. Das ist Logistiker und Mädchen für alles in einem!

2. Wie sieht derzeit ein “typischer” Arbeitstag für Sie aus?

06:00 Aufstehen, Generator anwerfen, Kaffeewasser aufstellen, Satelitentelefon ausrichten, Email abrufen. Dann hat sich im 10köpfigen Team hoffentlich jemand gefunden, der Kaffee und Frühstück zubereitet hat.

Gerhard Tauscher, Leiter einer Basisgesundheitsstation des DRK in Haiti

07:00 Im Normalfall werden 2 Landcruiser mit den Medizinischen Teams beladen. Eines besetzt die Gesundheitsstation (BHCU). Die ist eine Hausarztpraxis mit 2 Ärzten, 4 Schwestern, einer Hebamme, ein Techniker, zwei Dolmetscher und zwei Fieldofficern, die den Ablauf in der BHCU organisieren.

8:00 eröffnen der Station, das zweite Team fährt weiter in spontan entstandene Camps, wo es einen kleinen Gesundheitsposten betreibt, der Patienten untersucht, behandelt, weiter überweist (z.B. in die BHCU).

09:00 Ich bin zu diesem Zeitpunkt eher mit der Koordinierung des weiteren Ablaufs befasst.

  • Welche Patienten können wo hin überwiesen werden?
  • Soll ein 24h Service angeboten werden?
  • Ist die Sicherheit meiner Leute gewährleistet?
  • Abstimmungsmeetings mit dem Internationalen RK, der deutschen Botschaft, anderen Gesundheitseinrichtungen, dem Haitianischen RK usw.

13:00 versuchen ein Mittagessen zu ergattern

ab 18:00 Teammeeting, wir lassen den Tag Revue passieren mit unserem Isländischen “Gastarzt” und unseren vier Schweizer Kollegen, die das Team komplettieren. Vorbereiten des nächsten Tages.

Im Laufe des Abends Lageberichte für Berlin, Genf, Bern und die Gesamteinsatzleitung hier vor Ort schreiben, Patientenstatistik im Computer einpflegen ( Dient auch als “Frühwarnsystem” für Seuchen und Infektionskrankheiten).

3. Die Nachrichten vermitteln hier das Bild, dass die Hilfe ganz allmählich bei den Betroffenen ankommt. Wie schätzen Sie vor Ort die Situation hinsichtlich der Versorgung der Verletzten und Kranken ein?

Die chirurgischen Fälle des Erdbebens selbst sind alle versorgt. Es geht jetzt darum Revisionen, Komplikationen und die ganz normalen Notfälle und chronisch Kranken zu behandeln. Das geht vom Husten bis zum Kaiserschnitt!

4. Angesichts tausender verletzter Menschen scheint Ihre Gesundheitsstation wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Wie sehen Sie das?

Das sehe ich nicht so. Das Team arbeitet enorm effektiv und rationell. Wir haben an manchen Tagen über 300  Patienten behandelt. Diese Arbeit rettet Leben.

5. Wie gehen Sie persönlich um mit all dem Leid um Sie herum?

Arbeit, Arbeit, Arbeit. Und am Abend mit den Kollegen noch einmal alles durchsprechen!

6. Was war der bislang schönste Moment des Einsatzes?

Wenn das Frachtflugzeug mit Tonnen von Material ausgeladen ist und alle Teile unseres Materials heil angekommen sind. Wenn mein Team voller Tatendrang ist und immer wieder alle Widrigkeiten meistert! (z.B. 2 Duschen und 3 Toiletten für 200 Helfer)