Tag Archives: rotes kreuz

Als Lohn die unbändige Freude der Bewohner über unsere Hilfe

Von Andrea Kehrwald, DRK-Mitarbeiterin in Togo

Vor Kurzem haben wir im Rahmen einer großen feierlichen Zeremonie stellvertretend einen unserer neuen Brunnen im Dorf Atti-Toyo in der Provinz Avé in Togo an die Bevölkerung übergeben.

Das ist einer von 66 Brunnen, die im Rahmen des mit der EU ko-finanzierten Projektes von uns in 60 Dörfern neu gebaut oder rehabilitiert wurden. Ziel ist es, damit die Versorgung mit sauberem Trinkwasser von bisher 22% der Bevölkerung auf 65% in der Projektregion anzuheben. Bisher beziehen viele Dörfer ihr Trinkwasser noch aus Flüssen und Bächen; die Verbreitung von Wasserbedingten Krankheiten ist damit sehr hoch.

Dementsprechend groß ist die Freude und Dankbarkeit der Dorfbewohner, wenn wir – oft erst nach mehreren Bohrversuchen- auf Wasser stoßen und einen Brunnen bauen können. Denn damit besteht nicht nur die Aussicht auf sauberes Trinkwasser das ganze Jahr hindurch (selbst in der Trockenzeit) und dass wasserbedingte Krankheiten reduziert werden, sondern es entfallen oft auch kilometerlange Wege, um in Schüsseln das benötigte Wasser herbeizuholen.

Die Dorfbewohner freuen sich über ihren neuen Brunnen. (Foto: Andrea Kehrwald/ DRK)

Die Dorfbewohner freuen sich über ihren neuen Brunnen. (Foto: Andrea Kehrwald/ DRK)

So wurden wir heute mit einer der höchsten traditionellen Empfangs-Zeremonien begrüßt:

Der Chef des Canton, der Chef des Dorfes Atti-Toyo sowie die Chefs und Notablen der umliegenden Dörfer kamen uns mit ca. 200-300 Frauen unserer vom Roten Kreuz initiierten Mütterklubs am Dorfeingang entgegen, verschütteten mit Maismehl vermischtes Wasser vor uns, ein Schaf wurde geschlachtet und dessen Blut zu unseren Ehren vergossen und danach begleitete man uns mit Gesang („Voezon“= „Herzlich Willkommen“ und „Akpé kaka“=“vielen Dank“) zum Dorfplatz. (Oft singen die Frauen auch so etwas wie „Ari-dina, ari-dina“ und es hat lange gedauert, bis ich gelernt habe, dass sie eigentlich „Henri Dunant“ und damit den Gründer der Rot-Kreuz-Bewegung besingen, allerdings in sehr togoischer Aussprache.)

Brunneneröffnung in Togo. (Foto: Andrea Kehrwald/ DRK)

Brunneneröffnung in Togo. (Foto: Andrea Kehrwald/ DRK)

Danach folgten die Dankes-Reden des Dorf-Chefs, des Direktors der Wasserbehörde, des Präsidenten des togolesischen Roten Kreuzes und des Präfekten. Dazwischen Gesang, Tanz und Sketche der Mütterclubs, mit denen über den Umgang mit sauberem Trinkwasser sensibilisiert wird.

Im Anschluss daran erhielten die beiden im Rahmen des Projektes ausgebildeten Pumpen-Mechaniker feierlich ihre Werkzeugkästen und symbolisch ihre Schraubenschlüssel sowie den Auftrag, auch nach Ende des Projektes die Funktionsfähigkeit der Brunnen sicherzustellen. (Bevor ein Brunnen gebaut wird muss übrigens jedes Dorf aus eigener Kraft 150.000 CFA – das sind ca. 228 €- aufbringen, in eine Wasserkasse einzahlen und ein Wasser-Komite zur Verwaltung der Brunnenanlage berufen, um sicherzustellen, dass die Brunnen auch nach Ende des Projektes ordentlich gewartet und dauerhaft funktionsfähig bleiben.)

Übergabe des Brunnens mit symbolischer Durchschneidung des Bandes. (Foto: Andrea Kehrwald/ DRK)

Übergabe des Brunnens mit symbolischer Durchschneidung des Bandes. (Foto: Andrea Kehrwald/ DRK)

Dann endlich folgte die tatsächliche Übergabe des Brunnens mit symbolischer Durchschneidung des Bandes durch den Präsidenten des togolesischen Roten Kreuzes, des Dorfchefs und des Direktors der Wasserbehörde. Und natürlich die Verkostung des frischen klaren Wassers. Mal wieder ein sehr bewegender Moment in meinem Projektleben!

Dazu passt eine kleine Erfahrung: Wir waren in dem Dorf Agbodamé unterwegs. Der zuständige Kollege der Gesundheitsbehörde erzählte mir, dass dieses Dorf mit ca. 2280 Einwohnern recht groß sei und bisher sein Wasser nur aus den Fluten des Flusses Zío bezogen habe. Jedes Jahr nach der Regenzeit gibt es daher tödliche Cholera-Fälle. So hatten sie auch im letzten Jahr im November einen Cholera-Fall, kurz bevor unser neuer mit EU-und DRK-Mitteln finanzierte Brunnen fertig gestellt wurde. Er sagte: “Zum Glück hat das Rote Kreuz in diesem Dorf endlich Wasser gefunden und Ende November/Anfang Dezember den Brunnen freigeben können, sonst hätte sich dieser Fall sicher wieder zu einer Epidemie entwickelt und weitere Opfer gefordert.” Man habe intensiv die Dorfbewohner sensibilisiert, ausschließlich das Wasser aus dem neuen Brunnen zu verwenden. Beim Rundgang konnten wir dann auch den trüben Zio-Kanal besichtigen, an dem die Dorfbewohner bisher Wasser holen mußten …

Pakistan: Mit Decken, Matratzen und Winterkleidung gegen die größte Not

Der schwelende Konflikt zwischen Militanten und Regierungskräften in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan ließ viele Familien aus den Dörfern des Baratals und Tirahtals an den Rand der Stadt Peschawar ( der Hauptstadt der pakistanischen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa)  fliehen, wo sie z.T. schon seit Monaten in einem Zeltlager für Binnenvertriebene oder aber bei Gastfamilien leben. Zusammen mit dem Pakistanischen Roten Halbmond konnte das Deutsche Rote Kreuz mit der Bereitstellung von Winterhilfsgütern die größte Not lindern. weiterlesen

Amnahs erste Schritte

Von René Schulthoff, DRK-Delegierter Beirut, Libanon

Als erstes sehe ich die kleinen Zehennägel und dann das eingegipste Bein, das sich langsam durch die Tür schiebt. Dann erscheint das zierliche syrische Mädchen mit seinen dünnen Armen, die Hände um die Reifen eines Rollstuhls geklammert. Langsam und mühsam schiebt sich die neunjährige Amnah über den Flur des Krankenhauses im Flüchtlingslager Azraq in der jordanischen Wüste. Ihre Geschichte ist schockierend. weiterlesen

Kinder in Uganda: Kleine Leute, große Talente!

Von Binh Nguyen, DRK-Mitarbeiterin in Uganda

Die Liebe der Menschen zu Tanz und Gesang hier in Uganda hat mich vom ersten Tag an beeindruckt. Musik ist von klein auf ein großer Teil ihres täglichen Lebens und bei den verschiedensten Anlässen unentbehrlich. weiterlesen

Aus Sierra Leone: “Es sind die kleinen Augenblicke, die uns tief erschüttern”

von Prof. Dr. med. Joachim Gardemann, DRK-Mitarbeiter in Sierra Leone

Es sind meistens nicht die großen Opferzahlen, die uns so tief bewegen, sondern die kleinen Augenblicke, die uns tief erschüttern. Vor einigen Tagen erreichte uns wieder ein Krankenwagen mit einer von Ebola betroffenen Familie. Im Sichtungsbereich unseres Behandlungszentrums entstiegen dem hinteren Teil des Fahrzeuges die Mutter und zwei verängstigte Kinder. Nach stundenlanger Fahrt im verschlossenen Wagen muss für die neuen Patienten unsere erste Erscheinung in der Schutzausrüstung fremd und erschreckend gewesen sein.  Die junge Mutter blutete bereits aus dem Mund, für uns ein sicheres Zeichen für einen hoffnungslosen Krankheitsverlauf. weiterlesen

“Mein Einsatz hier ist gut und wichtig” – Erfahrungsbericht aus Sierra Leone

Eine gute Woche ist es nun her, dass ich aus Deutschland ausreiste, und ich bin hier Teil eines großen Teams, das die derzeit wohl wichtigste Arbeit zum Schutz der Weltbevölkerung leistet. weiterlesen

Kaum Schutz vor Kälte, Regen und Schnee: Syrische Flüchtlinge fürchten den Winter

Von Tommaso Della Longa (IFRC) / Übersetzung von René Schulthoff (DRK)

Eine ganze Familie in einem einzigen Raum. Zwischen fünf und acht Menschen in einer einfachen Behausung aus Brettern und Plastik. Sie sind untergebracht irgendwo inmitten von landwirtschaftlichen Gebieten oder, noch schlimmer, irgendwo oben in den Bergen. So sieht die Situation für tausende syrischer Flüchtlinge im Libanon aus, die vor der Gewalt in ihrem eigenen Land geflohen sind. weiterlesen

Ein Tag im Ebola Treatment Center (ETC) in Kenema, Sierra Leone

von Marcus Richter

Marcus Richter, Mitarbeiter im DRK-Blutspendedienst, startete am 15. Oktober 2014 als erster freiwilliger Helfer nach Sierra Leone.

Die Arbeit geht gut voran, auch wenn es bei cirka 40 Grad ziemlich beschwerlich ist. Aber das lokale Personal ist sehr gut, und es ist eine Freude, mit ihnen zu arbeiten. weiterlesen

Rückkehr nach Gaza

Von Andreas Kasseck, DRK-Programmkoordinator in Ramallah, Westjordanland

Mitte September 2014: Vergangene Woche bin ich zum ersten Mal seit Ausbruch der Kampfhandlungen wieder in den Gazastreifen gereist. Seit Jahren arbeitet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Gazastreifen in enger Zusammenarbeit mit dem Palästinenischen Roten Halbmond (PRH) und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) im Bereich der Katastrophenvorsorge.

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Wiederaufbau auf den Philippinen: „Danke, dass Sie uns helfen“

Von Jörg Fischer, Delegierter des DRK auf den Philippinen

„Danke, dass Sie uns helfen.“ – als eine junge Frau mit diesen Worten freudestrahlend auf mich zukommt, stehe  ich gerade am Flughafen. Nichts als Wärme, Dankbarkeit und Güte spricht aus ihren Worten. Kaum zu glauben, dass erst vor einem Monat Taifun „Haiyan“ so viel Unglück über diese Menschen gebracht hat. weiterlesen