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Rückkehr nach Gaza

Von Andreas Kasseck, DRK-Programmkoordinator in Ramallah, Westjordanland

Mitte September 2014: Vergangene Woche bin ich zum ersten Mal seit Ausbruch der Kampfhandlungen wieder in den Gazastreifen gereist. Seit Jahren arbeitet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Gazastreifen in enger Zusammenarbeit mit dem Palästinenischen Roten Halbmond (PRH) und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) im Bereich der Katastrophenvorsorge.

Rot-Kreuz-Kolonne

Auf dem Weg nach Gaza. Foto: DRK / Andreas Kasseck

Die Anreise vom DRK-Büro in Ramallah im Westjordanland nach Gaza dauert auch diesmal fast einen ganzen Tag. Die Sicherheitsvorkehrungen am Erez-Checkpoint sind schärfer als üblich, und auch sonst ist die Sicherheitslage fühlbar angespannt. Zusammen mit meinen Rotkreuz- und Rothalbmond-Kollegen überqueren wir schließlich die verschiedenen Checkpoints und können die Verwüstung auf der anderen Seite bereits erahnen.

Eine erste Erkundungsfahrt im Norden des Gazastreifens bestätigt unsere Befürchtungen: Die Zerstörung hier ist gewaltig. Ganze Straßenzüge, vor allen in den Außenbezirken, die an Israel grenzen, sind verschwunden. Was übrig bleibt, sind Ruinen und Geröllmassen, die eine fast unwirkliche Landschaft formen.

Landschaft in Gaza

Großräumige Zerstörung in Gaza. Foto: DRK / Andreas Kasseck

Notdürftig haben sich vereinzelte Familien in den Trümmern eingerichtet, Tücher und Teppiche ersetzen eingestürzte Wände. Die Lebensbedinungen der Menschen im Gazastreifen sind prekär, es fehlt an den grundlegendsten Dingen: Wasser, Essen, Medikamente und am offensichtlichsten ein sicheres Dach über dem Kopf.

Improvisierte Notunterkunft

Wenn der Winter kommt, bietet diese improvisierte Notunterkunft keinen Schutz. Foto: Andreas Kasseck / DRK

Weitere Erkundungsfahrten in den Norden und in den Osten des Gazastreifens runden den Gesamteindruck ab. Die Dimension der Zerstörung ist beispiellos, der Wiederaufbau wird Jahre dauern.

Am nächsten Tag setzen wir unseren Besuch trotz einer kurzen Schrecksekunde fort. Eine Mörsergranate wurde aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert. Dies ist der erste Bruch des Waffenstillstandsabkommens seit mehr als drei Wochen, zum Glück ohne fatale Folgen für beide Seiten.

bewegender Besuch beim Palästinensischen Roten Halbmond

Ein bewegender Besuch beim Palästinensischen Roten Halbmond. Foto: DRK / Andreas Kasseck

Im Laufe des Tages besichtigen wir dann verschiedene Einrichtungen des Palästinenischen Roten Halbmondes die während der rund 50-tägigen Kampfhandlungen zerstört bzw. beschädigt wurden. Besonders betroffen macht mich der Besuch der Gesundheitsstation in Jabaliya ganz im Norden. Durch einen Luftangriff in unmittelbarer Nähe wurden die Station sowie drei Krankenwagen beschädigt. Zum Glück wurde bei dem Angriff niemand getötet, rund ein Dutzend Freiwillige wurden jedoch zum Teil schwer verletzt. Der persönliche Kontakt zu den Freiwilligen und Mitarbeitern des Palästinenischen Roten Halbmondes – das DRK arbeitet bereits seit 2010 mit dem Ortsverband Jabaliya zusammen – macht, dass uns dieser Besuch so schwerfällt und nahegeht.

Am nächsten Tag endet mein Besuch im Gazastreifen, es geht wieder zurück nach Ramallah. Wieder dauert es fast einen ganzen Tag, um die nur rund 100 km zurückzulegen, dazwischen liegen unzählige Checkpoints und verschiedene Welten. Der Wiederaufbau des Gazastreifens wird Jahre dauern, die Not der Menschen ist jedoch akut. Der Winter steht vor der Tür und damit der Regen, Hilfe ist sofort nötig. Das DRK hat sich daher mit 200.000 Euro an der Soforthilfe für den Gazastreifen beteiligt. Die Spenden sind bei den Menschen in Gaza gut aufgehoben, denn es fehlt hier wirklich an allem.

Text und Fotos: Andreas Kasseck, DRK-Programmkoordinator in Ramallah, Westjordanland

Wiederaufbau auf den Philippinen: „Danke, dass Sie uns helfen“

Von Jörg Fischer, Delegierter des DRK auf den Philippinen

„Danke, dass Sie uns helfen.“ – als eine junge Frau mit diesen Worten freudestrahlend auf mich zukommt, stehe  ich gerade am Flughafen. Nichts als Wärme, Dankbarkeit und Güte spricht aus ihren Worten. Kaum zu glauben, dass erst vor einem Monat Taifun „Haiyan“ so viel Unglück über diese Menschen gebracht hat. weiterlesen

Einsatz auf den Philippinen: DRK-Delegierter der ersten Stunde

Von Jörg Fischer, Delegierter des DRK auf den Philippinen

Bereits vier Tage nachdem Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen gewütet hatte, landete ich mit einem Militäflugzeug der philippinischen Airforce in Tacloban. Ich bin in erster Linie hier, um den Kollegen des philippinischen Roten Kreuz in dieser Ausnahmesituation logistisch unter die Arme zu greifen. weiterlesen

Freiwillige des Libanesischen Roten Kreuzes helfen nach Bombenexplosionen in Beirut

von Raefah Makki, IFRC, und René Schulthoff, DRK in Beirut, Libanon

Es ist 9:55 Uhr, südlicher Stadtteil von Beirut, ganz in der Nähe der Iranischen Botschaft im Jnah Distrikt. Mindestens 19 Menschen werden am Morgen bei zwei schweren Explosionen getötet und mehr als 116 verletzt, so die offiziellen Angaben des Libanesischen Roten Kreuzes. weiterlesen

Als Volunteer in Capacity Building im Kosovo

Von Timo-Chistian Heger, VinCaB-Freiwilliger im Kosovo

Dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, sich im Deutschen Roten Kreuz zu engagieren, war uns allen bereits klar. Schließlich waren wir alle vier – Raimund, Christof, Carsten und ich – schon länger im Sanitäts-, Rettungs- und Betreuungsdienst aktiv. Als Experten für den Bevölkerungsschutz bringen wir uns tagtäglich für unsere Mitmenschen ein, egal ob auf kleinen und großen Veranstaltungen, im Rettungswagen oder beim Fluteinsatz. weiterlesen

Haiti – Erfolg der Interventionsteams und ihrer Vorsorgemaßnahmen

Von Catalina Jaime, DRK-Delegierte in Haiti

Nicht mehr lange, und meine Zeit und Aufgabe hier in Haiti sind beendet. Nun hatte ich vor einigen Tagen eine gute Gelegenheit, mein Projekt und meine Arbeit des vergangenen Jahres zu beurteilen.
Der Tropensturm Isaac näherte sich Haiti. Es war der Moment, wo sich beweisen sollte, ob sich das, was ich in den letzten zwölf Monaten getan hatte, tatsächlich bewähren würde. Isaac wütete ganz in der Nähe unseres Hauses und hinterließ 24 Tote, 42 Verletzte und 1.400 zerstörte Häuser, zerstörte Lebensgrundlagen und ein vielfach erhöhtes Risiko von Cholera im Westen und Süden des Landes. Wir befinden uns im Westen Haitis.
Aber was passierte in den Gemeinden, in denen ich das Projekt der Katastrophenvorsorgemaßnahme implementiert hatte? Hier gab es keine Toten, keine Verletzten! weiterlesen

Jose Valdivias: Die Lebensgeschichte eines Leprakranken

Von DRK-Referentin Leona Keyl

Bei einem meiner Besuche eines DRK Projektes in Peru traf ich auf die Lebensgeschichte von Jose Valdivias. Jose verbrachte den Großteil seines Lebens in San Pablo, einer kleinen Gemeinde am Amazonas. Diese Geschichte hat mich tief beeindruckt und deshalb möchte ich sie an dieser Stelle wiedergeben. weiterlesen

Weiterbildungen zur Anpassung an den Klimawandel

Von Dr. Thorsten Klose, DRK-Referent

Das Jahr 2011 stand für mich als DRK Referent für Klimaanpassung ganz im Zeichen von drei umfangreichen Klimawandel-Workshops für unsere Büroleiter in Asien, Afrika und Südamerika.
Die Workshops fanden in Bangladesch, Kenia und Peru statt und neben den Büroleitern nahmen auch die unterschiedlichen DRK Delegierten für Katastrophenvorsorge und die Projektverantwortlichen der verschiedenen nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften teil. weiterlesen

Unterkünfte und Katastrophenvorsorge für Erdbebenopfer in Haiti

Von Dr. Thorsten Klose, DRK-Referent

Als ich kurz nach dem Erdbeben im Januar 2010 zum ersten Mal in Haiti ankam, war ich erschüttert über das Ausmaß der Katastrophe und die Anzahl an betroffenen Menschen, die auch schon vor dem Beben mit großer Armut und einer schlechten Versorgungslage zu kämpfen hatten. weiterlesen

Arbeiten im Urlaubsparadies?!

Von Nadine Evers, DRK-Delegierte in der Dominikanischen Republik

Der Winter naht, die Weihnachtszeit steht vor der Tür und eine gute Silvesterparty darf auch nicht fehlen. Aber alle wissen, spätestens im Februar hat man die Kälte und den ewig grauen Himmel satt. Wer vorsorgt, hat nicht nur geplant, mit wem man am besten „Dinner for one“ schaut, sondern schon längst ein Flugticket zur Sonne in der Tasche. weiterlesen