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Als Fahrer im Hilfskonvoi: „Jede Fahrt ist neu, jede Fahrt ist spannend!“

Von Peter Hoffmann, DRK-Mitarbeiter im In- und Ausland sowie Hilfskonvoi-Fahrer für das DRK

Ich bin bereits seit 40 Jahren ehrenamtlich für das Rote Kreuz tätig. Als Jugendlicher wurde ich angesprochen, ob ich nicht bei der Wasserwacht mitmachen will. Da bin ich noch heute. Vor circa zehn Jahren hat es mich dann ins Ausland gezogen, und schließlich zu den Fahrten der Hilfskonvois. Die lassen mich seither nicht los. Jede Fahrt ist neu, jede Fahrt ist spannend.

Im Ausland war ich bereits in Pakistan, Tunesien, Jordanien, Haiti, für Syrien und zuletzt in die Ukraine im Einsatz. In Haiti war ich mitunter für die gesamte Organisation der LKWs zuständig. Zuletzt koordinierte ich 40 LKWs und ein riesiges Lagerhaus.

Jede Fahrt hat ihre eigenen Sicherheitstücken. Auf der Fahrt in die Ukraine habe ich den Konvoi geleitet. Einen derart großen Hilfskonvoi hatte ich noch nicht geführt, und so bestand meine größte Herausforderung darin 21 Mitarbeiter zu leiten. Natürlich haben wir versucht, alles im Voraus detailliert zu planen. Allerdings gibt es immer ein paar Sachen, die man nicht vorausschauen kann. Und tatsächlich ist bisher noch keine Fahrt, bei der ich dabei war, zu 100 Prozent nach Plan erfolgt. Verzögerungen muss man immer in Kauf nehmen. In der Ukraine haben wir zum Beispiel deutlich mehr Zeit beim Zoll benötigt als gedacht. Dafür waren die Straßenverhältnisse von ihrer Beschaffenheit wider Erwarten gut. Man muss einfach flexibel in diesem Job sein. Für mich macht genau das einen Teil der Spannung aus.

Hilfskonvoi in die Ukraine: Teamaufnahme (Foto: © Michael Gottschalk/photothek.net)

Hilfskonvoi in die Ukraine: Teamaufnahme (Foto: © Michael Gottschalk/photothek.net)

2012 war ich als Fahrer für einen drei Fahrzeuge starken Konvoi für Syrien dabei. Alles war bis zuletzt vom Deutschen Roten Kreuz durchgeplant. Eine Nacht  vorher kam dann die Ansage, den Konvoi nach Südspanien und nicht nach Süditalien zu fahren. Von dort sollte er per Schiff nach Syrien gehen. Für uns hieß das komplett unvorbereitet zu fahren. Das sind ganz andere Strecken. Und wir hatten tatsächlich auch Glück. Sonntagabend kamen wir im Hafengelände an. Ab Montag früh wurde der Hafen abgeriegelt, da die Formel-1-Rennstrecke den Hafen umschließt. Für uns hätte es bedeutet, dass wir erst eine Woche später, nämlich nach dem Formel-1-Rennen am nächsten Wochenende, auf das Hafengelände gelangt wären.  Das hatten wir natürlich aufgrund der kurzfristigen Streckenänderung nicht geprüft.

LKW-Überführung für Syrien in Valencia.

LKW-Überführung für Syrien in Valencia. (Foto: © Peter Hoffmann)

Bei meinem letzten Einsatz in der Ukraine war es für mich auch extrem wichtig meine Leute zu schützen. Ich bin überwiegend in Gebieten, die von Naturkatastrophen betroffen sind, im Einsatz. In diesen Gebieten sieht man, wo die Gefahren sind. In der Ukraine, in der Unruhen in der Bevölkerung vorherrschen können, ist dem nicht so. Hier hatten wir klar vorgegeben, sich nicht unnötig in Gefahr zu begeben. Lieber einen Schritt rückwärtsgehen, als einen zu weit vorwärts. Das ist wichtig, damit wir selbst sicher sind und natürlich auch mit dem Konvoi ankommen, um den betroffenen Menschen helfen zu können.

Über die Fahrt in die Ukraine sprach das DRK mit Peter Hoffmann im Interview.

Rotkreuz-Ärzte untersuchen Menschen in abgelegenen Siedlungen der Ukraine

Von Valerii Sergovskyi, Mitarbeiter Ukrainisches Rotes Kreuz

Vor kurzem besuchte ein Ärzte-Team des Roten Kreuzes das abgelegene Dorf Zalissia im Bezirk Kamin-Kashyrskyi/Volhynien. Sie gehören zu einem mobilen Einsatzteam, das seit 25 Jahren im Umkreis von Tschernobyl die Bevölkerung durch Vorsorgeuntersuchungen und Medikamentenvergabe unterstützt. Besonders bei Krebserkrankungen kann eine rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung Leben retten. weiterlesen