Ägypten: Bäume pflanzen für den Kairoer Slum

Am 09.12.2016 von Sabine Sauer
DRK-Mitarbeiter auf Rundgang durch Kairoer Viertel
Freiwillige vom Ägyptischen Roten Halbmond mit Sabine Sauer (2.v.l.) auf dem Rundgang durch das Kairoer Viertel.

Im September bin ich für einen Projektbesuch nach Kairo gereist. Normalerweise arbeite ich in Berlin im DRK-Generalsekretariat und betreue Projekte im Nahen Osten und in Nordafrika. Nun bin ich gespannt, ein Projekt zu besuchen, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert wird. Wie alle unsere Auslandsprojekte wird auch dieses von unserer Schwestergesellschaft vor Ort umgesetzt.

Der Ägyptische Rote Halbmond (ÄRH) arbeitet mit Freiwilligen an Schulen im ganzen Land. Zusammen mit DRK-Kollegen und den Mitarbeitern des ÄRH besuche ich dieses Mal eine Schule in einem Slum in der Hauptstadt Kairo.

Teilnehmer mit stilisiertem Baum
Intensive Mitarbeit und großes Interesse am Schulprojekt.

Die Kinder zwischen 6 und 12 lernen hier von den Freiwilligen in mehreren Schulstunden Dinge zur Ersten Hilfe, Verkehrsicherheit, Hygiene und Ernährung und zum Klimawandel. Die Schüler sind begeistert bei der Sache und üben, wie man Nasenbluten stoppt oder einen Arm bandagiert. In einer anderen Klasse erklärt eine junge Frau den Kindern, dass man nicht vor dem Fernseher essen soll und wie wichtig gesunde Ernährung ist. Das spielt auch in Ägypten eine Rolle, denn viele der Kinder aus den ärmeren Stadtteilen sind übergewichtig auf Grund von falscher Ernährung.

Straßenbaum in Kairo
Spendet wichtigen Schatten: Straßenbaum in Kairo.

Auf dem Flur erzählt mir eine Projektmitarbeiterin, dass sie im Sommer während eines Ferienprogramms mit den Kindern Bäume gepflanzt haben. So wurden den Kindern zum einen die Zusammenhänge des Klimawandels praktisch verdeutlicht. Aber sie konnten auch einfach etwas tun, um die Gegend schöner zu machen. Ich frage, ob wir uns die Bäume ansehen können. Nach einem kurzen Spaziergang in die verwinkelten Gassen hinter der Schule sehen wir den ersten Baum – er ist riesig und die Gegend wird durch ihn viel schöner! Etwas enttäuscht erfahre ich, dass dieser nicht in unserem Projekt gepflanzt wurde…

Aber dann: Gleich um die Ecke wächst ein kleiner Baum, den die Kinder gepflanzt haben – man kann sich gut vorstellen, wie der in zehn Jahren Schatten spenden wird. Und Schatten ist, wie man sich denken kann, in einer heißen Millionenstadt wie Kairo eine wichtige Sache. Die Kinder waren begeistert von der Idee, ihr Viertel schöner zu machen und haben versprochen, sich gut um diesen Baum zu kümmern und ihn auch zu wässern – um dann in einigen Jahren in seinem Schatten spielen zu können.

Kleiner Straßenbaum
Von Kindern des DRK-Projektes gepflanzter Baum.

Das DRK-Hilfsprojekt, das ich besucht habe, führen wir auch in Marokko, den besetzten palästinensischen Gebieten und im Libanon durch. In all diesen Ländern werden Schulen durch Freiwillige unserer Schwestergesellschaften besucht. Sie versuchen mit den Schülern und Lehrern herauszufinden, wo Gefahren im Alltag bestehen und wie man sich besser darauf vorbereiten kann. So übernehmen sie selbst Verantwortung.

Schüler mit Teilnahmebescheinigung
Stolz zeigen die KInder ihre Teilnahmebescheinigung: Bestanden!

Je nach Land und Kontext können das ganz unterschiedliche Dinge sein: In Ägypten war die Übergewichtigkeit als Ergebnis schlechter Ernährung ein wichtiger Ansatzpunkt. Im Libanon, wo oft bewaffnete Auseinandersetzungen den Alltag einer Schule überschatten, sind es stattdessen sichere Fluchtwege im Schulgebäude. Ein Dauerbrenner in allen Ländern ist natürlich das Händewaschen. Ganz wichtig dabei immer: Die Kinder erzählen auch Zuhause, was sie gelernt haben und motivieren dadurch ihre Familien, mitzumachen. Und so werden vielleicht bald noch viel mehr Bäume in Kairo und anderswo gepflanzt.

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» Erfahren Sie mehr über die DRK-Hilfe im Nahen Osten.

Mehr zu Ägypten:

» Projekt: Stärkung von Kindern und Jugendlichen

» Blog: Stärkung der Gesundheit von Kindern: Ein landesweites Schulprojekt in Ägypten

Fotos: DRK / Ägyptischer Roter Halbmond

 

Geschrieben von:

DRK-Mitarbeiterin S. Sauer Sabine Sauer

Länderreferentin beim DRK-Generalsekretariat

1 Kommentar zu “Ägypten: Bäume pflanzen für den Kairoer Slum

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