Foto: Eine Gruppe von Müttern in Togo singt.

Togo: unbändige Freude der Bewohner über unsere Hilfe

Am 22.05.2015 von Andrea Kehrwald

Foto: Einge Gruppe von Müttern in Togo singt.

Vor Kurzem haben wir im Rahmen einer großen feierlichen Zeremonie stellvertretend einen unserer neuen Brunnen im Dorf Atti-Toyo in der Provinz Avé in Togo an die Bevölkerung übergeben.

66 Brunnen in 60 Dörfern

Das ist einer von 66 Brunnen, die im Rahmen des mit der EU kofinanzierten Projektes von uns in 60 Dörfern neu gebaut oder rehabilitiert wurden. Ziel ist es, damit die Versorgung mit sauberem Trinkwasser von bisher 22% der Bevölkerung auf 65% in der Projektregion anzuheben. Bisher beziehen viele Dörfer ihr Trinkwasser noch aus Flüssen und Bächen, die Verbreitung von wasserbedingten Krankheiten ist damit sehr hoch.

Die Dorfbewohner freuen sich über ihren neuen Brunnen. (Foto: Andrea Kehrwald/ DRK)
Die Dorfbewohner freuen sich über ihren neuen Brunnen

Dementsprechend groß ist die Freude und Dankbarkeit der Dorfbewohner, wenn wir – oft erst nach mehreren Bohrversuchen – auf Wasser stoßen und einen Brunnen bauen können. Denn damit besteht nicht nur die Aussicht auf sauberes Trinkwasser das ganze Jahr hindurch (selbst in der Trockenzeit) und dass wasserbedingte Krankheiten reduziert werden, sondern es entfallen oft auch kilometerlange Wege, um in Schüsseln das benötigte Wasser herbeizuholen.

Emfang mit einer traditionellen Zeremonie

So wurden wir heute mit einer der höchsten traditionellen Empfangs-Zeremonien begrüßt:

Der Chef des Canton, der Chef des Dorfes Atti-Toyo sowie die Chefs und Notablen der umliegenden Dörfer kamen uns mit ca. 200 bis 300 Frauen unserer vom Roten Kreuz initiierten Mütterklubs am Dorfeingang entgegen, verschütteten mit Maismehl vermischtes Wasser vor uns, ein Schaf wurde geschlachtet und dessen Blut zu unseren Ehren vergossen und danach begleitete man uns mit Gesang („Voezon“ = „Herzlich Willkommen“ und „Akpé kaka“=“vielen Dank“) zum Dorfplatz. (Oft singen die Frauen auch so etwas wie „Ari-dina, ari-dina“ und es hat lange gedauert, bis ich gelernt habe, dass sie eigentlich „Henri Dunant“ und damit den Gründer der Rot-Kreuz-Bewegung besingen, allerdings in sehr togoischer Aussprache.)

Brunneneröffnung in Togo. (Foto: Andrea Kehrwald/ DRK)
Brunneneröffnung in Togo

Danach folgten die Dankes-Reden des Dorf-Chefs, des Direktors der Wasserbehörde, des Präsidenten des Togolesischen Roten Kreuzes und des Präfekten. Dazwischen Gesang, Tanz und Sketche der Mütterclubs, mit denen über den Umgang mit sauberem Trinkwasser sensibilisiert wird.

Im Anschluss daran erhielten die beiden im Rahmen des Projektes ausgebildeten Pumpen-Mechaniker feierlich ihre Werkzeugkästen und symbolisch ihre Schraubenschlüssel sowie den Auftrag, auch nach Ende des Projektes die Funktionsfähigkeit der Brunnen sicherzustellen – bevor ein Brunnen gebaut wird muss übrigens jedes Dorf aus eigener Kraft 150.000 CFA, ca. 228 Euro, aufbringen, in eine Wasserkasse einzahlen und ein Wasser-Komitee zur Verwaltung der Brunnenanlage berufen, um sicherzustellen, dass die Brunnen auch nach Ende des Projektes ordentlich gewartet und dauerhaft funktionsfähig bleiben.

Übergabe des Brunnens mit symbolischer Durchschneidung des Bandes. (Foto: Andrea Kehrwald/ DRK)
Übergabe des Brunnens mit symbolischer Durchschneidung des Bandes

Dann endlich folgte die tatsächliche Übergabe des Brunnens mit symbolischer Durchschneidung des Bandes durch den Präsidenten des Togolesischen Roten Kreuzes, des Dorfchefs und des Direktors der Wasserbehörde. Und natürlich die Verkostung des frischen klaren Wassers. Mal wieder ein sehr bewegender Moment in meinem Projektleben!

Schutz vor Cholera

Dazu passt eine kleine Erfahrung: Wir waren in dem Dorf Agbodamé unterwegs. Der zuständige Kollege der Gesundheitsbehörde erzählte mir, dass dieses Dorf mit ca. 2.280 Einwohnern recht groß sei und bisher sein Wasser nur aus den Fluten des Flusses Zío bezogen habe. Jedes Jahr nach der Regenzeit gibt es daher tödliche Cholera-Fälle. So hatten sie auch im letzten Jahr im November einen Cholera-Fall, kurz bevor unser neuer mit EU- und DRK-Mitteln finanzierter Brunnen fertig gestellt wurde. Er sagte: „Zum Glück hat das Rote Kreuz in diesem Dorf endlich Wasser gefunden und Ende November/Anfang Dezember den Brunnen freigeben können, sonst hätte sich dieser Fall sicher wieder zu einer Epidemie entwickelt und weitere Opfer gefordert.“ Man habe intensiv die Dorfbewohner sensibilisiert, ausschließlich das Wasser aus dem neuen Brunnen zu verwenden. Beim Rundgang konnten wir dann auch den trüben Zio-Kanal besichtigen, an dem die Dorfbewohner bisher Wasser holen mußten.

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Fotos: Thorsten Klose/DRK, Andrea Kehrwald/ DRK

Geschrieben von:

Foto: DRK-Mitarbeiterin mit Basecap Andrea Kehrwald
DRK-Mitarbeiterin Andrea Kehrwald erlebt in ihrem Einsatz in Maritime in Togo so einiges. Ob in der Katastrophenvorsorge oder Ernährungssicherung – für das DRK arbeitet sie gemeinsam mit den Menschen in der Region für ein besseres Leben.

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