Foto: die temporäre Infektionsklinik des DRK in Monrovia

Liberia: Arbeiten in der Infektionsklinik in Monrovia

Am 11.05.2015 von Marcus Richter
Foto: Die Gebäude der temprären Infektionsklinik
Die Temporäre Infektionsklinik, kurz SITTU, in Liberia im Februar 2015, Monrovia.

Ich bin gut angekommen, es ist heiß und schwül, das Klima ist wie in Sierra Leone. Man gewöhnt sich dran. Ständig erwische ich mich dabei wie ich die SITTU mit dem Ebola-Behandlungszentrum in Kenema, Sierra Leone vergleiche, aber das geht nicht, die Aufgaben sind/waren völlig unterschiedlich.

Im Triage-Bereich werden die Patienten aufgenommen und untersucht. Foto: DRK /Alexandra Burck
Im Triage-Bereich werden die Patienten aufgenommen und untersucht.

Während wir in Kenema permanent rund dreißig bis vierzig Ebola-Patienten in der Klinik hatten und auch täglich neue Patienten aus dem lokalen Krankenhaus bekamen, war es hier genau umgekehrt. Patienten kamen hierher und wurden untersucht, etwa auf Ebola, Malaria und andere Infektionskrankheiten. Auf diesem Wege identifizierte Ebola-Patienten wurden dann in eine Ebolaklinik weitergeleitet. Alle anderen Infektionspatienten wurden hier behandelt, denn das lokale Gesundheitssystem war zeitweilig damit überfordert.

Jetzt sind keine Patienten mehr da. Das lokale Gesundheitssystem braucht die SITTU als Unterstützung nicht mehr. Darum wurden die letzten Patienten entlassen und keine neuen mehr aufgenommen. Alles wurde desinfiziert und gereinigt. Bis gerade herrschte noch geschäftiges Treiben in der SITTU, Mitarbeiter wurden bezahlt, Zertifikate verteilt, es wurde aufgeräumt. Alles vorhandene Material wird in einem Zelt, das jetzt als Lager dient, gesammelt und in die Bestandliste aufgenommen.

DRK und Bundeswehr haben die Temporäre Infektionsklinik gemeinsam betrieben. Foto: DRK /Alexandra Burck
DRK und Bundeswehr haben die Temporäre Infektionsklinik gemeinsam betrieben.

Jetzt gleicht es einer Geisterstadt. Es ist fast schon ein bisschen traurig alles wieder abzubauen und einzupacken, diesen Ort der Begegnung, des Leids und der Trauer, aber auch der Hoffnung und der Freude. Aber aus der SITTU zurück im Büro ist von der Geisterstadt nichts mehr zu spüren. Hier gibt es immer noch genug zu tun. Hier werden zukünftige Projekte geplant und weiterentwickelt, Ideen gesammelt und Strategien besprochen.

Fotos: Alexandra Burck/ DRK

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Geschrieben von:

Marcus Richter

Von Marcus Richter, DRK-Mitarbeiter in Monrovia. Seit Anfang November 2014 war das DRK mit Unterstützung der Bundeswehr in Liberia im Einsatz im Kampf gegen Ebola. Die Phase der Nothilfe in der Infektionsklinik (Severe Infection Temporary Treatment Unit), kurz „SITTU“, ging im März 2015 zu Ende. Das gemeinsam mit der Bundeswehr erarbeitete Strukturkonzept der Infektionsklinik ist für den weiteren Weg Liberias im Umgang mit dem gefährlichen Virus wegweisend. DRK-Mitarbeiter Marcus Richter beschreibt hier im Blog seine Eindrücke.

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