DRK-Team sichert Versorgung für pakistanisches Dorf

Am 03.12.2010

Von Dieter Mathes, DRK-Delegierter in Thatta, Pakistan

Als wir mit unserem pakistanischen Fahrer ein uns noch unbekanntes Dorf erreichen, haben wir augenblicklich das Gefühl, dass wir hier dringend gebraucht werden. Unser Dolmetscher Muhammad hat angesichts der Katastrophe in seinem Land sein Studium zurückgestellt, weil er unbedingt seinen Landsleuten helfen möchte. Deshalb ist er als freiwilliger Helfer für den hiesigen Roten Halbmond tätig und kontaktiert sofort den Verantwortlichen des Dorfes.

Man führt uns in ein halb zerstörtes Lehmgebäude, von dem nur noch zwei Wände erhalten sind. „Das war vor der Flut das Bürgerhaus“, so der dazugekommene Dorfälteste. „Wir haben in unserem Dorf fast alles verloren. Viele leben noch immer unter freiem Himmel und die Nächte werden kalt“, so der Bürgermeister weiter. Die Temperaturen fallen in der Nacht auf 10 bis 15 Grad. Kleine Kinder und hauptsächlich die Alten brauchen dringend Zelte, Decken, Moskitonetze und Kleidung.

Delegierte sprechen mit den Dorfältesten
Delegierte sprechen mit den Dorfältesten

Mittlerweile sitzen wir zwischen den Dorfbewohnern und schauen in traurige und ängstliche Augen. Wir brauchen dringend Eure Hilfe ist das, was wir aus diesen Augen lesen können. Wir erklären, dass wir hier sind, um ihnen so gut es geht zu helfen. Zusammen mit einer kleinen Abordnung des Dorfes machen wir einen Rundgang und fragen gezielt nach den grundlegenden Dingen des täglichen Lebens.

Von wo bekommt Ihr Euer Trinkwasser?
„Wir hatten vor der Überschwemmung gutes Wasser aus unseren Brunnen“, so ein Bewohner des Dorfes. „Die Flut hat die meisten Brunnen zerstört oder überflutet. Das meiste Wasser schmeckt stark nach Salz.“ „Wir haben kein Geld um neue einfache Brunnen zu bauen“, erklärt der Dorfälteste. „Hätten wir das Material so könnten wir unser Wassernetzwerk wieder aufbauen“, ruft ein Bewohner dazwischen. „Das müsste doch zu schaffen sein“, stößt mich mein Kollege vom Österreichischen Roten Kreuz an. „Ich denke auch“ pflichte ich ihm bei.

Wie viel Häuser und Toiletten sind zerstört?
Mehr als Dreiviertel der Häuser seien zerstört, berichtete man uns. Einfache Materialien werden benötigt, wie Holz und Bambus für die Rahmenkonstruktion, mit Lehm aufzufüllen, aber für alles fehlt das Geld. Die meisten der Toiletten und Waschhäuser sind der Flut zum Opfer gefallen. Auch diese müssen erneuert oder temporär wiederhergestellt werden.

Welche Krankheiten gibt es im Moment?
„Es gibt viele Krankheiten in unserem Dorf“, erzählt die alte, erfahrene Hebamme, die auch die einzige im Dorf ist, die etwas von Medizin versteht und sich um die Kranken kümmert. Am häufigsten treten Durchfallerkrankungen, Hauterkrankungen (die auf schlechtes Wasser und Hygiene zurückzuführende Krätze ), Husten und Infektionen der oberen Atemwege auf.

Kommt regelmäßig ein Arzt? Wie ist es mit der Hygiene?
„Es gibt keine medizinische Versorgung in unserem Dorf“, erläutert die Hebamme. „Nirgendwo gibt es Medizin zu kaufen.“

Betroffen von den Berichten der Dorfbewohner machen wir uns auf den Rückweg zu unserer Unterkunft. Es wird bereits intensiv diskutiert, wie wir diesem Dorf helfen könnten. Morgen werden wir einiges zu tun haben.

6 Kommentare zu “DRK-Team sichert Versorgung für pakistanisches Dorf

  1. Sehr geeherter Heer Mathes,

    mein Name ist Marvin Schulz. Da ich für eine Abiturerklausur Ersatzleistung „Pakistan – Die Flutkatastrophe“ als Thema erwählt habe & diese Arbeit im Abitur einen sehr hohen Stellenwert einnimt würde ich mich über ein telefonisches Interview, oder ein paar „exklusive“ Informationen von ihnen sehr freuen. Zudem würde meine Jahrgangsstufe durch ihre Hilfe ein besserern überblick gelangen. Ich würde mich über baldige Rückmeldung sehr freuen.
    Mfg,
    Marvin Schulz

  2. Lieber Marvin Schulz,

    vielen Dank für Dein Interesse an den DRK-Aktivitäten in Pakistan. Dieter Mathes ist derzeit vor Ort und wird sich daher erst gegen Ende des Jahres bei dir melden können. Wir haben deine Email-Adresse weitergegeben.

    Viele Grüße
    vom DRK Web-Team

  3. hey lieber Dieter

    wie geht es dir??

    wir aus der Schweiz grüssen dich lieb und bewundern deine Arbeit…
    ich habe soeben auch pablo urias gefunden…in Albanien als Doktor der Rechte….
    erinnerst du dich noch an uns???

    wir grüssen dich lieb und würden uns über ein Mail freuen…

    tel: 0041 79 279 04 08

    ganz liebe Grüsse aus der Schweiz und e guets Neus Joooohr

    anina , elsbeth und walter Räz

  4. uuuuund du wirst dich sicher erinnern…jaaaa gell Trauzeuge…hihihi
    waren noch zeiten in Gasinci…
    ich bin die leute am zusammensuchen…
    echt spannend!!!

    guk anina

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