Foto: lächelnde Frauengruppe in Mosambik

Gegen den Hunger in Mosambik: Ein anschauliches Beispiel von Tradition und Innovation

Am 12.03.2020 von Oana Bara

Ernährungssicherheit in Gogote: lächelnde Frauen

Es ist ein besonderer Tag für die Frauen in Gogote, einem Dorf in Mosambik in der Provinz Gaza. Mit Gloria Nhantumbo, der langjährigen und erfahrenen Projektkoordinatorin des Mosambikanischen Roten Kreuzes (CVM), Hildi Schätti, der DRK-Projektdelegierten, und Carlos Chambisso, dem Präsidenten des CVM im Distrikt Chokwe, bin ich in der Provinz Gaza und unterwegs in das entlegene Dorf. Wir sind zu Besuch gekommen, um die praktischen Fortschritte unseres Projektes zu begutachten und die Menschen dahinter kennenzulernen.

In einer teils grünen, teils braunen Landschaft mit Feldern ducken sich mit Stroh gedeckte Hütten weit verstreut unter den Bäumen. Hier werden Mais, Bohnen, Erdnüsse, Maniok und Süßkartoffeln angebaut.

Eine farbenfrohe Begrüßung

Ernährungssicherheit in Gogote: lächelnde Frauen vor Hütte
Farbenfrohe Begrüßung in Gogote

Als uns etwa fünfzehn Personen begrüßen, dominieren die Farben orange und grün. Orange ist die Farbe der T-Shirts des lokalen Komitees für Katastrophen-Management (Comite local de gestao de riscos calamidades). Grün sind die T-Shirts des Komitees für Ernährungssicherheit in Gogote, das uns heute die neue Errungenschaft zeigen will.

Sie stellen sich unter freiem Himmel im Kreis auf und singen in etwa Folgendes: „Hoch lebe die Gemeinschaft – hoch! Nieder mit dem Hunger – nieder! Wir nehmen den Hunger, legen ihn auf ein Körperteil und kicken ihn weg.»

Die Mitwirkung in einem der Dorfkomitees ist in Mosambik ganz normal. Viele Frauen aus der Gemeinde Gogote sind im Komitee für Ernährungssicherheit aktiv. Dieses Komitee hat nach Erhalt von Baumaterialien und Schulungen Kornspeicher gebaut, die den Vorteil haben, dass keine Nagetiere hineinkommen und die wertvolle Ernte verderben. Die traditionell aus Holz errichteten Speicher mit Strohdächern haben nun aus Metall bestehende umgekehrte Trichter an den Stelzen, und so kommen die Tiere nicht mehr an das gelagerte Getreide heran.

Kornspeicher zur Ernährungssicherheit in Gogote
Neue Kornspeicher schützen die wertvolle Ernte vor Nagetieren und fördern die Ernährungssicherheit in Gogote.

Die Frauen stellen sich gemeinsam für Fotos auf, schließlich ist es ihnen zu verdanken, dass die Ernte nun in den von ihnen gebauten vor Ratten sicheren Kornspeichern aufbewahrt werden kann und sogar als Modellprojekt für andere Gemeinden dient.

Wenn kleine Veränderungen einen großen Nutzen bringen

Beete zur Ernährungssicherheit in Mosambik
Robustes Saatgut trägt dazu bei, die Ernährung in Gogote zu sichern.

Die Verbindung von alter Bautradition und neuem Wissen ist ein praktisches Beispiel für die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes in Mosambik. Denn wenn man Maßnahmen zur Ernährungssicherung umsetzen will, dann ist es wichtig, die Erfahrungen der hier lebenden Familien einzubeziehen.

2019 wurden in sieben Gemeinden der Distrikte Chokwe und Chibuto insgesamt 14 Modellkornspeicher aus lokalem Material gebaut. Die Mitglieder der Ernährungssicherungskomitees erreichten dies im Rahmen eines fünftägigen Workshops unter der Anleitung eines Handwerkers. So werden die Gemeindemitglieder motiviert, ihre bestehenden Getreidespeicher zu verbessern, um das Erntegut besser vor Ratten und anderen Eindringlingen zu schützen.

Daneben unterstützen wir die Bewohner mit weiteren Maßnahmen der Ernährungssicherung. Mit verbessertem Saatgut, Tipps zum Anbau, mit Werkzeugen und einer neuen Wasserpumpe werden die landwirtschaftlichen Erträge besser und vielfältiger.

Vielschichtige Zusammenarbeit mit dem Mosambikanischen Roten Kreuz

Die Projekt-Koordinatorin unserer Schwestergesellschaft, Glória Hermano Nhantumbo arbeitet schon lange beim Roten Kreuz, denn sie identifiziert sich mit dem humanitären Ansatz. Und sie versucht, diese Idee auch den Freiwilligen vor Ort in den verschiedenen Komitees zu vermitteln.

Drei Rotkreuz-Mitarbeitende, die lachen
Gute Zusammenarbeit: Boniface Augusto Uate, Freiwilliger beim Mosambikanischen Roten Kreuz; Hildi Schätti, DRK-Projektdelegierte und Gloria Nhantumbo, Projektkoordinatorin beim Mosambikanischen Roten Kreuz.

Die Freiwilligen des Mosambikanischen Roten Kreuzes führen außerdem Schulungen zur Katastrophen-Frühwarnung, Gemeindeentwicklung, Landwirtschaft / Ernährungssicherung und Hygiene durch. 23 angeschlossene Gemeinden haben darüber hinaus ihre Notfallpläne für die Regenzeit 2019/20 aktualisiert. Insgesamt konnten 34.258 Personen in den 23 Gemeinden im Jahr 2019 durch das Projekt erreicht werden.

Mosambikanische Frauen in verschiedenfarbigen Shirts
Die Mitglieder des Komitees für Ernährungssicherheit sind an ihren orangefarbenen T-Shirts zu erkennen. Die Mitglieder des lokalen Komitees für Katastrophen-Management tragen grün.

Aber alle diese Aktivitäten sind eingebettet in den normalen Lebensrhythmus der Dorfbewohner. Und so war bei unserem Besuch auch die gemeinsame Freude über das Erreichte ganz deutlich zu spüren und drückte sich eben auch im gemeinsamen Singen und Tanzen aus. Das hat uns sehr gefreut!

Ermöglicht wird das Projekt durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Sozialstrukturförderung) und durch Spenden.

» Erfahren Sie mehr über unsere Hilfe in Mosambik.

» Lesen Sie weitere Blogbeiträge aus Mosambik.

Fotos: Oana Bara/DRK

Geschrieben von:

Foto: Portrait einer DRK-Delegierten Oana Bara
Oana Bara ist Kommunikations-Delegierte des Deutschen Roten Kreuzes. Sie berichtet in Text und Bild von der Arbeit des DRK weltweit und besucht regelmäßig Projekte und Hilfsempfänger des Roten Kreuzes.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*