Generalsekretär besucht Projekte auf den Philippinen

Am 30.03.2011

Zusammen mit einem Team des Philippinischen Roten Kreuzes aus Manila, besuchte Generalsekretär Graf Waldburg-Zeil DRK-Projekte der Katastrophenvorsorge auf den Philippinen. In seinem Bericht schildert er seine Eindrücke und sagt: „Die beste Hilfe wird geleistet, bevor eine Katastrophe passiert“

Von Clemens Graf von Waldburg-Zeil, Generalsekretär des DRK

Die Philippinen sind ein Land, in dem fast alle Katastrophen zusammenkommen können: Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Taifune, aber auch Trockenheit belasten ganz besonders die Bevölkerung auf dem Land, abseits der Straßen und Ortschaften. Das Philippinische Rote Kreuz hat sich zum Ziel gesetzt, dieser Bevölkerung in allen bewohnten Winkeln ihrer riesigen Inselwelt zu helfen.

Generalsekretär Waldburg-Zeil zusmmen mit Mitarbeitern des DRK und des Philippinischen Roten Kreuzes

Baumaterial und Werkzeug zur Sicherung der Unterkünfte

Wenn einem in regelmäßigen Abständen das Haus weggeblasen wird und man all sein Hab und Gut verliert, ist es sehr schwer, ein normales Leben zu führen. Das erste Projekt besuchen wir in Santa Marta, einer kleinen Hüttensiedlung in einem bergigen Wald. Die Einwohner haben uns, zusammen mit einer Schar ehrenamtlicher Rotkreuzler aus der Gegend schon voller Aufregung erwartet. Sie gilt der Verteilung von Material zur Stabilisierung der Hütten und einer Reihe von Wünschen, die jede Familie im Dorf aus einer Auswahl von nützlichen Geräten hat treffen können.

Übergabe von Baumaterialien an die Dorfbewohner

Bereits ein paar Tage zuvor konnten die ersten Familien das Material in Empfang nehmen, so dass wir uns auf einem Rundgang von den stolzen Besitzern die Ergebnisse präsentieren lassen können: Zementierte und mit starkem Baustahl gesicherte Stämme, durch Architekten und Statiker entwickelte Verstrebungen und Stahlverwindungen für die kritischsten Stellen.

Das neue Reetdach wird mit einem Netz überzogen, das somit drei Jahre lang erhalten bleiben kann. Im Innenausbau konnten die Bewohner ebenfalls aus einigen praktischen Dingen im Rahmen eines Gesamtbudgets wählen. In einer der Hütten haben sich ihre Besitzer ein bisschen Privatsphäre geschaffen, indem sie leicht zu verarbeitende Spanplatten einsetzten. In einer anderen Hütte fällt mir eine besonders raffiniert angebrachte Kochstelle ins Auge.

In einer benachbarten Hütte sitzt ein kleiner, wuschelköpfiger Junge und grinst mir aus dem etwas höher gelegten Schlafraum entgegen. Ich frage seine Mutter, warum er denn nicht nach draußen zum spielen kommt. Ihre Antwort erschüttert uns alle: Während des letzten Taifuns war der Vater auf dem Feld unterwegs und sie hatte in all diesem Chaos ein Kind zur Welt gebracht. Daher konnte sie nicht helfen, als der Sturm das Haus zerstörte und Trümmer beide Füße des Jungen zerquetschten, so dass sie später amputiert werden mussten. Sie lacht dennoch und sagt: „Mit diesem guten neuen Haus wird das nicht mehr passieren“.

Wasser- und Sanitäranlagen – ein Gemeinschaftsprojekt

Nach einer begeisterten Verteilung besuchen wir weitere Projekte und sehen, dass sauberes Wasser fließt und eine neue Sanitäranlage (Männer und Frauen getrennt) errichtet wurde. Beides wurde von der Dorfgemeinschaft selbst geplant, und wird mit Hilfe der vom DRK gebrachten Materialien entsprechend eines Projektplans von den Bewohnern selbst gebaut.

Katastrophenvorsorge macht Schule

Schließlich lernen wir die Ehrenamtlichen kennen, die in 50 Schulen der Umgebung den Lehrern beibringen, wie diese den Kindern mit sehr anschaulichem Material und mit praktischen Übungen beibringen können, wie sie sich und ihre Familien bei einer möglichen Katastrophe verhalten können, um zu überleben und anderen zu helfen.

Wir haben in den vier Projekten 60 Rotkreuzhelfer kennengelernt, die mit den Bewohnern der Dorfgemeinschaften diese Projekte geplant und begleitet haben. So entsteht Vertrauen darauf, dass auch in höchster Not Hilfe von Roten Kreuz nicht weit ist. Und ich bin stolz auf unser großartiges Team.

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