Haiti-Assessment: Herausfinden, welche Art der Hilfe in den Gemeinden benötigt wird

Am 13.03.2012

Von David Kenealy, Delegierter In Nippes, Haiti

Als ich in Haiti ankam, wurde ich von zwei Dingen überrascht. Erstens von der Geschwindigkeit, mit der ich aus dem Flugzeug, durch den Zoll und zu meinem Gepäck kam, um vor dem Flughafen auf die Suche nach dem DRK-Auto zu gehen. Zweitens von der Intensität Haitis, die einen an der Ausfahrt des Flughafens mit der unmittelbaren Realität der Menschen konfrontiert, die immer noch auf der Straße leben.

In einer Halle sitzen viele Menschen und hören einem Vortrag zu
Katastrophenvorsorge muss auch gelernt werden

Nach einer Sicherheitseinweisung und einem kurzen Überblick über die Projekte bezog ich meinen neuen Standort für die kommenden 10 Monate. Ich werde in einem Projekt arbeiten, das die Menschen in abgelegenen Gebieten im Südosten Haitis auf mögliche Naturkatastrophen besser vorbereiten soll. Es ist ein Programm mit drei Hauptkomponenten.

1) Unterstützung bei der Koordination zwischen dem nationalen Katastrophenschutz, Frühwarnsystemen und dem Roten Kreuz auf Landes- und Lokalebene.

2) Verbesserung der kommunalen Katastrophenvorsorge durch die Erstellung von Geländekarten der Gemeinden und Rettungsplänen, Durchführung von Erste-Hilfe-Trainings mit Ausrüstung und Bereitstellung von Rettungsbooten für die abgelegenen Gemeinden. So sollen die Gemeinden besser auf Naturkatastrophen vorbereitet werden.

3) Bewusstseinsbildung von Schülern über die Auswirkungen von Naturkatastrophen und die notwendigen Maßnahmen. Außerdem sollen Lehrer in den Projektgebieten eine Erste-Hilfe-Ausbildung und Ausrüstung erhalten.

Planung der Katastrophenvorbereitung
Planung der Katastrophenvorbereitung

Mein Vorgänger hatte bereits in drei der sechs Gemeinden Erkundungen und Trainings durchgeführt, die Einarbeitung von Ausbildern (ToT) veranlasst, die in den Gemeinden sowohl mehr Bewusstsein für mögliche Katastrophen schaffen als auch weitere Bestandsaufnahmen machen können. Diese Aufgaben sind nicht einfach, besonders wenn man an einem Ort lebt, von dem der nächste Kollege drei und die nächste Stromleitung sechs Stunden entfernt ist.

Meine unmittelbare Priorität war zunächst, Kreolisch zu lernen. Das ist eine absolute Voraussetzung, um mit dem Team und den Bewohnern kommunizieren zu können.
Bei einem Erste-Hilfe-Lehrgang für die Gemeindeausbilder hatte ich eine ausgezeichnete Gelegenheit, das Projekt-Team und einige der wichtigsten Personen aus dem Projektgebiet kennenzulernen.

In der letzten Januarwoche unternahm unser Team ein Assessment in dem entlegendsten unserer sechs Projektgebiete. Allein zwei Stunden dauerte es, mit dem Boot von unserer Basisstation (Petit Trou de Nippes) zum Projektgebiet zu fahren. Die gesamte Bootsfahrt über war ich völlig von der Naturschönheit überwältigt. Ich hätte nie erwartet. dass Haiti so viele Berge hat. Als wir uns dem Gebiet näherten, sahen wir zwei schön aussehende Boote, die in den Mangroven ankerten. Danach fuhren wir noch 20 Minuten durch die Mangroven bis wir bei unseren Kollegen vom Haitianischen Roten Kreuz ankamen.

Nur ein hübsches Boot?
Nur ein hübsches Boot?

Fünf Tage lang haben wir eine Befragung in den Gemeinden mit 20 Teilnehmern durchgeführt, die von den lokalen Behörden und Vertretern des Roten Kreuzes ausgewählt worden waren. Diese 20 Personen vertreten die geschätzten 3000 Menschen, die im Projektgebiet leben. Unser Ziel war es u.a., das saisonale Auftreten von Katastrophen zu erfassen sowie Gemeinde- und Geländekarten zu erstellen. Die Befragung endete mit einem großen Gemeinde-Treffen und einer öffentliche Wahl der „EIC“-Mitglieder. Die „EIC“ ist ein Team, das im Falle von bevorstehenden Wirbelstürmen und Überschwemmungen Warnmeldungen in der Gemeinde verbreiten wird.

Die 20 Teilnehmer waren sehr aufnahme- und hilfsbereit. Ich erfuhr, dass sie für den Transport von verletzten Personen 2 1/2 Stunden lang über einen Berg gehen müssen, um zu einer Straßenanbindung oder einer Krankenschwester zu gelangen.

Ich habe zudem gelernt, dass eine der wichtigsten einkommenschaffenden Maßnahmen der Gemeinde die Herstellung von Holzkohle zum Kochen ist. Die Gemeindemitglieder sagten mir, dass dies zwar zur Entwaldung führt und sie die vermehrten Sturzfluten in ihrem Gebiet in diesem Zusammenhang sehen, aber dies auch ein erforderliches Mittel sei, um das Einkommen vieler zu sichern. An dieser Stelle erinnerte ich mich an das romantische Bild der Boote bei meiner Ankunft und bewertete es noch einmal, denn das Boot in diesem Bild war schwer beladen mit Holzkohle. Ein weiteres Problem, das wir hier zu lösen haben.

Ich freue mich sehr auf meine Tätigkeit in den nächsten Monaten.

1 Kommentar zu “Haiti-Assessment: Herausfinden, welche Art der Hilfe in den Gemeinden benötigt wird

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*