Haiti – Erfolg der Interventionsteams und ihrer Vorsorgemaßnahmen

Am 03.09.2012

Von Catalina Jaime, DRK-Delegierte in Haiti

Nicht mehr lange, und meine Zeit und Aufgabe hier in Haiti sind beendet. Nun hatte ich vor einigen Tagen eine gute Gelegenheit, mein Projekt und meine Arbeit des vergangenen Jahres zu beurteilen.
Der Tropensturm Isaac näherte sich Haiti. Es war der Moment, wo sich beweisen sollte, ob sich das, was ich in den letzten zwölf Monaten getan hatte, tatsächlich bewähren würde. Isaac wütete ganz in der Nähe unseres Hauses und hinterließ 24 Tote, 42 Verletzte und 1.400 zerstörte Häuser, zerstörte Lebensgrundlagen und ein vielfach erhöhtes Risiko von Cholera im Westen und Süden des Landes. Wir befinden uns im Westen Haitis.
Aber was passierte in den Gemeinden, in denen ich das Projekt der Katastrophenvorsorgemaßnahme implementiert hatte? Hier gab es keine Toten, keine Verletzten!

Deutsches Rotes Kreuz, Rotes Kreuz, Haiti, Vorsorgemaßnahmen, Schutzmaßnahmen, Katastrophenschutz
Rotkreuzteams bei der Koordination und Vorsorgemaßnahmen

Und das, obwohl wir uns in einem der am stärksten gefährdeten Gebiete Haitis befinden. Die Interventions-Teams, die vom Deutschen Roten Kreuz ausgebildet, motiviert und ausgerüstet wurden, ermöglichten mit ihrem effektiven Handeln die Umsetzung rechtzeitiger Maßnahmen, in Berücksichtigung der Anweisungen des Frühwarnsystems der Regierung. Ungefähr 30.000 Menschen wurden mithilfe von Megaphonen, direkt von Tür zu Tür und über das Radio informiert und gewarnt. Außerdem kümmerten sich die Interventionsteams um die vorbeugende Evakuierung. Eine weitere Maßnahme bestand darin, für ein schnelles Abfließen der Wassermassen aus den überfluteten Gebieten zu sorgen und zu beurteilen, welche Dinge am Nötigsten gebraucht werden. Diese Beurteilung ermöglichte es den Notfallteams der Rot-Kreuz-Gemeinschaften effizient zu helfen und auf die besonderen Bedürfnisse reagieren zu können.

Mein Dank geht an die Schutzteams für ihre schnelle direkte Hilfe aber auch für ihre hilfreichen Informationen. Zerstörte Unterkünfte waren bereits fünf Tage nach dem Sturm wieder aufgebaut. Und schon am Tag nach der Katastrophe verteilten die Teams Wasseraufbereitungstabletten an die gesamte Bevölkerung, um dem hohen Risiko von Choleraausbreitung entgegen zu wirken.

In einem Land wie Haiti, ist es für die Regierung schwierig, die Kontrolle in einer Notfallsituation zu behalten und die Bevölkerung bedarfsgerecht zu versorgen. Deshalb spielen die Gemeinden eine so große Rolle: es ist überlebenswichtig für sie, sich um ihre eigenen Belange zu kümmern. Der Tropensturm Isaac hat die Bedeutung und Relevanz der Katastrophenvorsorge auf die Probe gestellt. Eigenverantwortliches Handeln der Bevölkerung, die zuvor geschult, motiviert und mit entsprechender Ausrüstung versehen wurde, führt zu herausragenden Ergebnissen – selbst in den schwierigsten Situationen.

Ich werde meinen Einsatz hier mit dem zufriedenen Gefühl beenden können, dass diese Arbeit notwendig ist, Tag für Tag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*