Irak: Gesundheitsschulungen für mehr Widerstandskraft

Am 21.08.2018 von John Engedal Nissen

Fotocollage: Junge Syrerin am Kinderwagen und mit ihrer Tochter

Read the English version

Das Wohlergehen ihrer Kinder ist für Niroz von größter Bedeutung. Deshalb weiß sie die kostenlosen Gesundheitsschulungen zu schätzen, die Freiwillige des Irakischen Roten Halbmonds anbieten.

Mit ihrem Baby – eingehüllt in einem warmen, rosa Overall – kommt die 26-jährige Niroz in das Gesundheitszentrum in Domiz 1, einem der größten Flüchtlingslager im Irak, am Stadtrand von Dohuk. Seit vier Jahren lebt Niroz hier mit ihrem Ehemann. Seit ihrer Flucht aus dem syrischen Damaskus. Im vergangenen Jahr hat sie ihre kleine Tochter geboren.

Foto: Junge Syrerin mit ihrer Tochter
„Mein Traum ist einfach, dass meine Kinder in Sicherheit leben und gesund sind“, sagt Niroz.

Während Niroz im Gesundheitszentrum auf ärztliche Behandlung wartet, erhält sie gemeinsam mit vielen anderen Frauen Informationen rund um Gesundheit und Hygiene von Freiwilligen des Irakischen Roten Halbmonds. „Ich habe gelernt, dass wenigstens zwei Jahre Zeit zwischen zwei Babys liegen sollten, damit die Mutter sich erholen kann“, sagt Niroz danach. Sie fügt hinzu: „Auch wenn ich selbst gesund bin, schätze ich es sehr, hier Informationen rund um das Thema Gesundheit und Vorsorge zu bekommen.“

„Zumindest fühlen wir uns sicher“

Die Gesundheitsschulungen haben zum Ziel, das tägliche Leben der Flüchtlinge zu verbessern. Und nach Meinung von Niroz ist das dringend nötig:  „Wir leben unter schwierigen Umständen“, erklärt sie, „obwohl mein Mann einen Job als Bauarbeiter hat, ist es schwierig, die Miete aufzubringen. Aber zumindest fühlen wir uns hier sicher. Wir haben überlegt, nach Europa zu gehen – zum Wohle unserer Kinder. Aber es ist ein langer und schwieriger Weg, dorthin zu kommen, wenn man kleine Kinder hat.“

Unterstützung für Gesundheit und Unabhängigkeit

Der Irakische Rote Halbmond arbeitet – mit finanzieller Unterstützung der EU – daran, die Lebensgrundlagen und die Gesundheit der Flüchtlinge zu verbessern. Neben der Gesundheits- und Hygieneförderung im Gesundheitszentrum bietet der Rote Halbmond auch Fortbildungen sowie Gründungszuschüsse für die Selbstständigkeit an.

Die Hilfe ist Teil einer langfristigen Unterstützung, um die Bedingungen für syrische Flüchtlinge, Binnenvertriebene, aber auch bedürftige Einheimische zu verbessern. Ziel ist es, ihre Widerstandsfähigkeit und Eigenständigkeit zu fördern.

Niroz weiß nicht, wann ihre Familie nach Syrien zurückkehren kann. Sie hofft, dass diese Unterstützung ihr hilft, in der Zwischenzeit gut für ihre Kinder sorgen zu können. „Mein Traum ist einfach, dass meine Kinder in Sicherheit leben und gesund sind“, sagt sie.

Foto: Sandstraße und Oberleitungen im Flüchtlingscamp Domiz
Das Flüchtlingscamp Domiz im Nord-Irak – eines der größten Camps des Landes.

Das MADAD-Programm: Hilfe in Syriens Nachbarländern

Die Hilfe im Irak ist Teil des MADAD-Programms. 15 Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften – darunter das DRK – arbeiten in dem internationalen Hilfsprogramm unter Leitung des Dänischen Roten Kreuzes zusammen. Im Rahmen von MADAD, das „Gemeinsam helfen“ bedeutet, erhalten bis zu einer Million syrische Flüchtlinge und Gastgemeinden in der Türkei, dem Libanon, Jordanien, Irak und Ägypten Unterstützung. Ziel ist es, die Lebensbedingungen und die Widerstandsfähigkeit der Menschen zu verbessern, aber auch das friedliche Miteinander fördern. Das MADAD-Programm wird über einen Treuhandfonds von der Europäischen Union mit 49 Millionen Euro gefördert.

» Hier erhalten Sie weitere Informationen zum MADAD-Programm.

» Hier erhalten Sie mehr Informationen über die Hilfe in Syrien und seinen Nachbarländern.

» Mit Ihrer Spende können Sie helfen.

Fotos: Safin A. Sleman/Dänisches Rotes Kreuz, Oana Bara/DRK

Geschrieben von:

John Engedal Nissen
Der gelernte Journalist ist beim Dänischen Roten Kreuz für die Kommunikation verantwortlich. Im Rahmen des MADAD-Projekts, das von der Europäischen Union finanziert wird, bereist er die vom Syrienkonflikt betroffenen Nachbarländer, um dort syrische Flüchtlinge zu porträtieren, die vom gleichnamigen Fonds profitieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*