Libanon: Medizinische Versorgung syrischer Flüchtlinge

Am 21.11.2012

Von Marianna Knirsch, DRK-Delegierte

 

Shaza Ismail, 30 Jahre alt und Mutter von 3 Kindern, liegt bereits seit Monaten im Krankenhaus von Tripoli, der zweitgrößten libanesischen Stadt, ca. 40 km von der syrisch-libanesischen Grenze entfernt.

Sie ist vor 11 Monaten in ihrer Heimatstadt Homs in Syrien von einer Bombendetonation schwer am rechten Bein verletzt worden. Die Wunde konnte in Syrien nicht richtig versorgt werden und hat sich schwer entzündet. Erst nach der Flucht in den Libanon und mit Hilfe des Libanesischen Roten Kreuzes kann hier im Regierungskrankenhaus von Tripoli die Wunde adäquat behandelt werden und Shaza langsam wieder laufen lernen.

Einsatzbesprechung mit dem Libanesischen Roten Kreuz
Einsatzbesprechung mit dem Libanesischen Roten Kreuz

Sie sagt, sie hat aber Glück gehabt. Ihre ganze Familie, ihr Mann, ihre drei Kinder im Altern von 4, 6 und 7 Jahren und ihre Eltern sind im Libanon in Sicherheit. Auch ihr Bein wird wieder komplett heilen.

In den letzten Monaten sind über 120.000 Flüchtlinge von Syrien in den Libanon geflohen. Man nimmt an, dass diese Zahl sich bis Jahresende verdoppeln wird. Viele dieser Flüchtlinge haben Schussverletzungen oder sind durch Bombensplitter verwundet worden. Sie können in Syrien nur provisorisch medizinisch versorgt werden und fliehen falls möglich in die Nachbarländer Türkei, Jordanien, Irak und Libanon.

Im Libanon nimmt sich das Libanesische Rote Kreuz der Verletzten an und stellt sicher, dass diese die benötigte medizinische Versorgung erhalten. Um die Erstversorgung und den Transport der Verletzten in die Krankenhäuser schnellstmöglich durchführen zu können, hat das Libanesische Rote Kreuz entlang der syrisch-libanesischen Grenze verschiedene Ambulanzstationen eingerichtet, die rund um die Uhr und jeden Tag, auch an den Wochenenden, von freiwilligen Rettungssanitätern besetzt sind.

Wir treffen drei von ihnen – sie sind Studenten, oder arbeiten als Lehrer oder Lektoren – und in ihrer Freizeit helfen sie bei der Erstversorgung der verletzten syrischen Flüchtlinge.

Jeden Tag kommen Verletzte meist aus der stark umkämpften Stadt Homs, die nur ca. 25 km von der Grenze entfernt liegt. Oft kommen sie auf Motorrädern an die Grenze und werden dort von den freiwilligen Rotkreuz-Helfern in Empfang genommen, versorgt und mit Ambulanzen zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser transportiert. Diese Arbeit des Libanesischen Roten Kreuzes unterstützt das Deutsche Rote Kreuz mit vier Ambulanzen.

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