Marcus Sting über die Arbeit im Feldhospital in Carrefour

Am 03.03.2010

Marcus Sting aus Westfalen-Lippe ist seit gut einer Woche als Base Camp Manager für das DRK in Haiti. In einer Email schilderte er uns die Eindrücke seiner ersten Tage:

Marcus Sting, Base Camp Manager aus Westfalen-Lippe © Stefan Trappe, DRK

„Mittlerweile arbeiten im Rotkreuzkrankenhaus in Carrefour Delegierte aus der ganzen Welt, wie z.B. aus Deutschland, Finnland, Belgien, Niederlande, Australien, Hongkong, Haiti, Qatar, Schweiz, Österreich und Kanada. Die über 80 Delegierten leben im Base Camp direkt neben dem Rotkreuzkrankenhaus. Das Basecamp ist eine eigene Emergency-Response-Einheit, um in Katastrophengebieten für eine Vielzahl von Helfern eine Unterkunft bereit stellen zu können.

Fast jeden Tag reisen Delegierte ab und gleichzeitig kommen die Ablösungen für die nächsten 3-4 Wochen an.  Da nicht alle Delegierte zur gleichen Zeit nach Haiti gereist sind, überlappen sich die Einsatzzeiten. Die Größe des Krankenhauses erfordert eine nicht unerhebliche Anzahl von Ärzten, Ärztinnen, Krankenschwestern und Krankenpflegern, Technikern, Elektrikern und Spezialisten.

Luxus im Basecamp

„Luxus“ wird hier im Base Camp nur in einem geringen Rahmen geboten. Zu diesem Luxus gehören selbstgegrabene Toiletten, Duschen mit kaltem Wasser, ein Waschraum und eine kleine Feldküche. Um 5 Uhr morgens kehrt langsam Leben ins Base Camp ein. Denn die Schichten auf den Krankenstationen beginnen um 6 Uhr. Meistens kann man durch die Hitze in der Nacht sowieso nicht länger schlafen. Das Küchenteam fängt bereits um 3 Uhr in der Früh mit den Vorbereitungen für das Frühstück an. Bei über 80 Delegierten muss täglich einiges organisiert werden. Die Techniker des Krankenhauses sorgen selber für die Produktion von Trinkwasser und kümmern sich um die Generatoren, damit das Krankenhaus und das Basecamp genug Strom zu Verfügung haben. Es ist eine gewaltige Organisation nötig, die neben dem medizinischen Krankenhausbetrieb durchgeführt werden muss. Der Müll muss entsorgt werden, die Toiletten und Duschen müssen gereinigt werden und es müssen z.B. Sickergruben für das Abwasser gebaut werden.

Sicherheit im Krankenhaus – selbstgemacht

Zur Zeit befassen wir uns mit Plänen für die Ausschilderung von Notausgängen, Kennzeichnungen von Feuerlöschern und Löschwasserleitungen. Eine Feuerwehr gibt es nämlich hier in Carrefour nicht. Bei 80 Delegierten, lokalen Mitarbeitern in der Technik, im Krankenhaus und in der Küche und den vielen Patienten kann schnell einmal ein Feuer ausbrechen. Da das Krankenhaus und das Basecamp nur in Zelten untergebracht ist, könnte es schnell zu einer Katastrophe kommen. Da Ende März die Regenzeit anfängt, wird zur Zeit alles vorbereitet, um den Krankenhausbetrieb und das Base Camp weiter betreiben zu können. Die Techniker graben Wege, die mit Kies aufgefüllt werden, und bauen Drainagen, damit die Zelte bei starkem Regen nicht überschwemmt werden.

Alles in allem ist es ein großes Zeltlager. Für mich ist es am eindrucksvollsten, das aus so vielen Ländern Rotkreuzhelfer nach Haiti kommen, die sich noch nie im Leben gesehen haben und zusammen in diesem Krankenhaus arbeiten und ein Ziel verfolgen: Den Menschen alleine nach dem Maß ihrer Not zu helfen.“

4 Kommentare zu “Marcus Sting über die Arbeit im Feldhospital in Carrefour

  1. Sehr geehrter Herr Sting,

    meine Empfehlung für die Lösung aller Probleme in Haiti:

    Die Einführung des BASIC INCOME nach dem Vorbild des Pilotprojektes in Otjivero / Namibia.

    Das Projekt läuft seit 2 Jahren mit positiven Ergebnissen.

    Die HomePage: http://www.Bignam.Org

    Dort gibt es auch Zwischenberichte.

    Hier einige Stimmen zum Projekt:

    Die Existenzgründer von Otjivero
    Von Christian Putsch 27. November 2009
    http://www.welt.de/die-welt/politik/article5343188/Die-Existenzgruender-von-Otjivero.html

    22. März 2010
    Positive Erfahrungen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen
    Pilotprojekt in einem Dorf in Namibia verhilft Kleingewerbe zum Erfolg

    Vor acht Jahren habe die namibische Steuerkommission vorgeschlagen, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bewohner – unabhängig von Bedürftigkeit oder Arbeitswillen – einzuführen. Umgesetzt sei das noch nicht; es gebe aber von kirchlichen und gewerkschaftlichen Organisationen finanzierte Pilotprojekte. Die Presse aus Österreich hat mit dem namibischen Gewerkschafter Herbert Jauch ein Interview geführt, publiziert auf diePresse.com am 22.03.2010:
    Ziel sei es, das Grundeinkommen auf nationaler Ebene einzuführen und zu einer Umverteilung zu kommen – Namibia sei das Land mit der höchsten Einkommenskluft der Welt. Die Fragen seien allerdings gewesen, ob ein Grundeinkommen faul mache und ob es finanzierbar sei.
    Die Leute in Namibia arbeiteten nicht, weil es keine Arbeitsplätze gebe – je ärmer ein Haushalt desto geringer die Chance, Arbeit zu finden. Das Grundeinkommen könne da über die erste Hürde helfen.
    Viele Leute könnten etwa ein Geschäft aufbauen, weil plötzlich ein lokaler Markt da sei. Eine Frau, die früher bei einem Farmer gearbeitet habe, verkaufe jetzt Brötchen. Ein Mann stelle Backstein her, mit dem die Leute ihre Häuser ausbessern könnten. Mit solchen Folgen hätten sie nicht gerechnet. Dass das Grundeinkommen die Unterernährung reduzieren würde, sei klar gewesen; dass es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führen würde, habe überrascht.

    Wenn möglich, Herr Sting, machen Sie Ihren Einfluss geltend und setzen Sie sich bitte für das BASIC INCOME in HAITI ein.

    Mit freundlichen Grüssen und Herzlichen Dank

    Klaus Neudek

    Schillerstr. 28

    19059 Schwerin

  2. Lieber Herr Neudek,

    ich habe den Originaltext des Welt-Beitrags entfernt, da wir keine Rechte haben, ihn auf unserem Blog zu veröffentlichen. Den Link habe ich aber beibehalten.

    Viele Grüße
    Patrick Baumann

  3. Je sais que ce n’est pas menez ici, mais j’espère que pour chaque âme en Haïti et en particulier les personnes dans les grandes villes comme la capitale de la Porte-au-Prince, où ils sont à nouveau en bonne santé et heureux tout le monde à se remettre sur mener une vie normale, donc je prie chaque jour pour les pauvres et les personnes souffrant en Haïti

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