Sauberes Wasser für Ubaid aus Rajanpur

Am 04.09.2010

Von Mario Lennartz, DRK-Delegierter in Rajanpur, Pakistan

Die erste Trinkwasseraufbereitungsanlage des DRK wurde am Montag an einer zentralen Kreuzung des Dorfes Sikhani Wala neben der Brücke über den Bewässerungskanal aufgebaut. Die Bevölkerung nahm regen Anteil an den Aktivitäten der Rotkreuzhelfer. Sie betrachteten mit großer Neugier was passierte, so auch der fünfjährige Ubaid der mit seinen Eltern, der Schwester und sechs Brüdern nun auf der Anhöhe neben dem Kanal lebt. Für ihn ist es nun das erste Mal, dass er unbelastetes Wasser trinken kann.

Fotos von Mario Lennartz aus Rajanpur

Die Durchgangsstraße wurde von den Fluten weggespült und ein Großteil des Dorfes steht noch immer unter Wasser. Die Bevölkerung lebt unter Tüchern, die als notdürftige Zeltplanen dienen, mehr schlecht als recht. Die Region von Rajanpur gilt als eine der heißesten Pakistans. Die Temperaturen können bis auf 50 °C steigen. Je höher die Temperaturen steigen, umso höher ist auch die Gefahr, die von diesen überfluteten Bereichen ausgeht. Neben den Durchfallerkrankungen drohen Malaria, Hauterkrankungen und vielfältige Infektionen.

So wie Ubaids Familie leben hier weitere 300 Familien mit ca. 3300 Betroffenen (1200 Männer, 1500 Frauen, 600 Kinder unter 5 Jahren). In vielen Familien gibt es bis zu 12 Kinder, und ca. 20 % der Frauen sind nach Angaben des örtlichen Arztes Dr. Fakhurallah schwanger.

Männer und Kinder sind im Straßenbild allgegenwärtig. Später trauten sich auch die Frauen näher heran. Sie ließen sich von Dr. Fakhurallah (der gleichzeitig auch ‚Bürgermeister’ dieses Dorfes ist) erläutern, was das DRK in Zusammenarbeit mit dem Pakistanischen Roten Halbmond hier aufbaut, und warum sauberes Wasser so wichtig für die Gesundheit ist.

Das DRK arbeitet vor allem mit Einheimischen zusammen, weil ihnen die Bevölkerung vertraut und sie ihre Sprache sprechen. Wenn wir als Helfer wieder in die Heimat fahren, wird die Trinkwasseranlage von den Mitarbeitern der Schwestergesellschaft des Pakistanischen Roten Halbmondes weiterbetrieben, solange wie es notwendig ist. Dies gehört zur Philosophie der lang andauernden Hilfe zur Selbsthilfe. Ubaid und seine Familie profitieren schon jetzt davon.

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