Wiederaufbau auf den Philippinen: „Danke, dass Sie uns helfen“

Am 18.12.2013

Von Jörg Fischer, Delegierter des DRK auf den Philippinen

„Danke, dass Sie uns helfen.“ – als eine junge Frau mit diesen Worten freudestrahlend auf mich zukommt, stehe ich gerade am Flughafen. Nichts als Wärme, Dankbarkeit und Güte spricht aus ihren Worten. Kaum zu glauben, dass erst vor einem Monat Taifun „Haiyan“ so viel Unglück über diese Menschen gebracht hat.

Es beeindruckt mich immer wieder aufs Neue, wie sehr die Betroffenen trotz ihres tiefen Traumas von Dankbarkeit erfüllt sind. Noch vor wenigen Wochen war das Bild in Tacloban wie in den meisten vom Taifun betroffenen Gegenden auf den Philippinen geprägt von Hoffnungslosigkeit und Stillstand. Jetzt ist eine Art „Normalzustand“ unter den Gegebenheiten der zerstörten Gebiete eingetreten.

Taifun-Opfer freuen sich über Hilfe.

Alltag kehrt zurück

Täglich kann ich dabei zusehen, wie die Aufräumarbeiten voranschreiten. Die Leichen, die überall lagen, sind nicht mehr da, die Infrastruktur soweit hergestellt, dass auch große Lastwagen inzwischen die meisten Straßen wieder befahren können, und es stellt sich eine Art Alltag ein. Auf den Märkten treffen sich die Menschen, Kinder spielen, wo gerade Platz dafür ist. Das Verhalten der Menschen spiegelt ihre Würde, Fröhlichkeit und den Glauben wieder, an den diese auch weiterhin festhalten und trotz der schrecklichen Ereignisse nicht zweifeln.

Mit der Verteilung der Hilfsgüter hat die Bevölkerung wieder Hoffnung geschöpft, und genau das tragen die Menschen mit ihrer Lebensfreude nach Außen. Allein mit der Verteilung auf Bantayan, Leyte und Panay können wir bis Weihnachten über 5.000 Familien unter anderem mit Lebensmitteln und Trinkwasser versorgen. Geduldig stehen die Betroffenen in den unglaublich langen Schlangen, um ihr Hilfspaket in Empfang zu nehmen.

Taifun-Opfer warten auf Hilfspaket.

Der Wiederaufbau kann beginnen

Für die Zukunft ist die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln für die Bevölkerung gesichert. Und auch die Reparaturarbeiten haben begonnen, damit die Menschen langfristig wieder selbstständig leben können. Trinkwassersysteme müssen repariert, Häuser wieder aufgebaut werden.

Um das zu erreichen, rufen wir Anfang 2014 Programme zur Existenzsicherung ins Leben. Wir wollen die Menschen am Aufbau ihres Landes beteiligen und es ihnen gleichzeitig ermöglichen, ihre Familien zu ernähren, und ihrem Job wieder aufzunehmen. Das Programm nennt sich „Cash for Work“. So werden wir zum Beispiel Fischer dafür bezahlen, dass sie sich zusammentun und ihre Boote wieder reparieren oder neue bauen. Bauern bekommen von uns Saatgut und wir werden prüfen wie die Bodenbeschaffung nach dem Taifun ist und diesen entsprechend vorbereiten.

Philippiner stehen unter einem vom Taifun umgeworfenen Baum.

Auch beim Aufbau ihrer Häuser helfen wir der Bevölkerung. Dabei berücksichtigen wir, dass die Häuser so stabil sein müssen, dass sie einem weiteren Taifun standhalten können. Hierfür nutzen wir unsere Erfahrungen aus dem Jahr 2010, in dem Nord-Luzon von einem Taifun heimgesucht wurde. Auch dort haben wir Häuser aufgebaut, die bis jetzt standgehalten haben.

Es wird lange dauern, bis wir unser Ziel erreicht haben, aber mit der Fröhlichkeit und Dankbarkeit im Herzen der Philippiner bin ich sehr zuversichtlich, dass sie die Hilfe zur Selbsthilfe optimal nutzen werden.

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